Adendorf – Eishockey mit Tradition

Am Anfang stand noch nicht einmal eine Eishalle in Adendorf. Mitte der 1970ger Jahre wurde mit dem Bau einer unüberdachten Eisfläche der Grundstein für das Adendorfer Eishockey gelegt. Der ortsansässige TSV Adendorf gründete eine eigene Eishockeyabteilung und aus der Eisfläche wurde das Walter-Maack-Eisstadion. 1994 löste der TSV seine Eishockeyabteilung auf und als Folge gründete sich der Adendorfer Eishockey Club, kurz „AEC“.

Der AEC hatte einen guten Start in seiner ersten Saison und wurde Meister der Regionalliga und stieg damit in die 2. Liga Nord auf. In der Vorrunde der Saison 1995/96 konnte man einen guten vierten Platz belegen, rutschte allerdings in der Aufstiegsrunde auf den achten Platz ab. Nachdem der Hauptsponsor 1996 zahlungsunfähig ausfiel entging der Verein nur knapp dem finanziellen Aus. Sportlich konnte der sechste Platz erreicht werden, in den Playoffs musste man sich dem REV Bremerhaven geschlagen geben. Nach der Neustrukturierung der Ligen startete der AEC in der 1. Liga Nord, der damaligen zweithöchsten deutschen Spielklasse. Zwar verpasste man in den folgenden zwei Spielzeiten die Meisterrunde, konnte aber in der Relegation den Klassenerhalt sichern.

In der Saison 1999/00 startete man nach der Auflösung der 1. Liga Nord in der drittklassigen Oberliga Nord. Die Saison unter Coach Josef Vimmer war äußerst erfolgreich, so konnte man nach der Vorrunde einen starken sechsten Platz vorweisen und schaltete in den anschließenden Playoffs völlig überraschend und deutlich die Ratinger Ice Aliens mit 3:0 Siegen vor ausverkauften Haus aus. Das anschließende Halbfinale gegen den EHC Straubing ging zwar verloren aber die Saison ging als die sportlich erfolgreichste in die Vereinsgeschichte ein. In der folgenden Saison konnte man zwar den Einzug in die Playoffs feiern,  verpasste dort aber eine erneute Überraschung gegen den ETC Crimmitschau. Im Sommer musste der Adendorfer EC, nach einem verlorenen Rechtsstreit gegen einen Ex-Trainer, Insolvenz anmelden.

Die Insolvenz machte eine Neugründung des Vereins notwendig und der Adendorfer Eissport Club wurde vor der Saison 2001/02 gegründet. Der Neustart in der Regionalliga Nord/Ost glückte und der AEC erreichte in der Vorrunde den dritten Platz, rutschte aber in der anschließenden Meisterrunde auf den siebten Rang ab. In den beiden folgenden beiden Spielzeiten konnte man sich ebenfalls für die Meisterrunde qualifizieren und den vierten bzw. neunten Platz erreichen. Im Frühjahr 2004 wurde dem AEC ein Aufstieg in die drittklassige Oberliga Nord angeboten, der aber vom Vorstand ausgeschlagen wurde. Nach dem Sommer ging es mit neuer Führung und Trainer in die Saison 04/05. In der Vorrunde konnte man sich den vierten Rang sichern und zog wieder in die Runde der besten zwölf ein. Hier konnte der AEC sich als bestes Nordteam den fünften Platz sichern und sogar den hoch favorisierten späteren Meister Ratingen schlagen.

Die Saison 05/06 hingegen stand unter keinem guten Stern: nach einer katastrophalen Vorrunde verpasste der AEC die Meisterrunde und musste in die Relegation. Doch das auseinanderfallende Team war nicht mehr in der Lage den Abstieg zu verhindern und belegte nur den letzten Platz. Der sportliche Misserfolg und die damit verbundenen finanziellen Ausfälle (Zuschauereinbruch) führten dazu, dass im März 2006 die Insolvenz beantragt werden musste. Während der Eissportclub abgewickelt wurde, gründete sich bereits im Juli 2006 der zweite Adendorfer Eishockey Club um die sportliche Tradition seiner Vorgänger weiterzuführen.

Der sportliche Neuanfang in der Verbandsliga brachte in der Folgesaison die Vizemeisterschaft hinter Rivale Timmendorf und den damit verbundenen Wiederaufstieg in die Regionalliga Nord/Ost. Doch der Vertrauensverlust durch die wiederholte Insolvenz und der Absturz in die Verbandsliga hatten einen Zuschauerrückgang mit sich gebracht. Seit der Saison 07/08 in der Regionalliga Nord/Ost (ab 08/09 Nord) konnte durch eine defensive Transferpolitik und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sukzessive wieder ein Stammpublikum aufgebaut werden. Auch sportlich konnte sich der AEC wieder in der Spitzengruppe der Regionalliga etablieren. Die Ligenreform zur Saison 10/11 brachte die Oberliga zurück nach Adendorf und damit eine Eishockeyeuphorie. Über 900 Zuschauer pilgerten im Schnitt zu den Heimspielen (Rekordspiel: 1640 Zuschauer am 30. Januar 2011) in der drittklassigen Oberliga und verhalfen dem AEC mit Siegen über z.B. den Rostocker EC,  EHC Timmendorfer Strand und den Harzer Wölfen Braunlage zu einer der erfolgreichsten Saisons seiner Geschichte.

 

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