Veränderungen

von Christian Schult

 

Planungssicherheit

Planungssicherheit ist im deutschen Eishockey ein seltener Luxus. Im April 1996, vorausschauend auf die kommende Saison des Adendorfer EC, von Planungssicherheit zu sprechen, kam einem schlechten Scherz gleich.

Da war zum einen die noch immer ungeklärte Situation zwischen Hauptsponsor und AEC (siehe Zusatzbericht zur Saison 1995/96) und auf der anderen Seite das Chaos beim Verband. Nach dem Bosman-Urteil stand die bisherige Ausländerregel vor dem Aus, eine Lösung war nicht in Sicht. Zudem stand der Modus in den Sternen, was den DEB aber nicht davon abhielt von den Zweitligisten bis zum 15. Mai einen „Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ zu erbringen. Kommentar vom AEC-Vorsitzenden Holzhausen: „Es ist unmöglich, einen Etat aufzustellen, wenn diese elementaren Fragen erst im Juni auf dem Verbandstag beantwortet werden. Deshalb erwarten wir vom DEB, dass er zunächst Rahmenbedingungen schafft, ehe er Kalkulationen verlangt." Mit einem Protestbrief an den DEB unterstrich er diese Haltung.

Anfang Mai spitzte sich die Lage zu. Die Märzgehälter standen immer noch aus (laut LZ-Schätzungen ein Betrag von rund 25.000 – 30.000 Mark), ein Konkursantrag von einem Spieler drohte. Immerhin boten einige Privatpersonen an, kurzfristig finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung am 13. Mai brachte dann, dass gesamte Ausmaß ans Licht. 200.000 Mark Schulden hatte der AEC angehäuft, wovon rund 70.000 vertraglich zugesicherte, aber nicht gezahlte, Sponsorengelder waren. Dieses Geld wollte man mit Zustimmung der Mitglieder einklagen. Der Restbetrag sollte laut AEC-Vorsitzendem Holzhausen von Henning Drinkuth ausgeglichen werden. Allerdings baute man auf mündliche Versprechen des frisch geschassten Vorstandsvorsitzenden der Drinkuth AG, welche dieser in der Vorsaison noch eingehalten hatte. Alles in allem blieb dem AEC ein Loch von rund 200.000 Mark im Etat für die kommende Saison und nur acht Wochen Zeit bis die neuen Rahmenrichtlinien des DEB beschlossen wurden.

Der neue Chef ist da

Die Jahreshauptversammlung am 21. Juni wurde bereits Wochen vor dem Termin, aufgrund des zu erwartenden Interesses, in die Aula der Schule am Weinbergsweg verlegt. Doch für alle AEC-Freunde dürfte bereits am morgen des 21. Weihnachten gewesen sein, verkündete doch die LZ die Rettung des AEC. Wilfried Abramowski (Bild rechts), Geschäftsführer der Fa. Läbus aus Lüneburg, hatte die Schulden des Clubs beglichen, stellte sich am Abend den Mitgliedern zur Wahl als 1. Vorsitzender und wollte im Notfall auch den Part des Hauptsponsors auf der Brust des AEC-Trikots übernehmen.

Die Wahl zum neues 1. Vorsitzenden wurde zur Formsache. Die Vorstellung seines Konzepts, erntete zuvor viel Beifall und so wurde Abramowski bei nur 9 Enthaltungen und ohne Gegenstimme, von den 130 Mitgliedern zum neuen starken Mann auserkoren. Zeitgleich zur Hauptversammlung des AEC wurden endlich erste Entscheidungen vom DEB getroffen. Zu aller erst bekamen die Adendorfer, zwar mit Auflagen, die Lizenz für die 2. Liga, während der HSV keine Spielberechtigung mehr erhielt. Zehn Mannschaften sollten damit zunächst eine Doppelrunde spielen, wobei Ligenleiter Richard Ott jedem Verein 22 Heimspiele für die gesamte Saison garantierte.Auch bezüglich der Ausländerregelung durfte man Vollzug melden: Künftig durften 2 Nicht EU-Ausländer und 4 EU-Ausländer auf dem Spielberichtsbogen stehen, verpflichten hingegen konnte man soviele man wollte.

Ausgeglichene Finanzen, eine garantierte Anzahl Heimspiele und eine klar definierte Regelung der Ausländerregel oder eben auch Planungssicherheit genannt. Das sah auch Jeff Pyle so. Adendorfs im März gekündigter Coach, hatte in der Warteschleife gekreist und Angebote von Ligakonkurrenten ausgeschlagen und sagte nach den guten Nachrichten für die kommende Spielzeit zu.

Planungssicherheit II & viele Transfers

Anfang Juli verlängerte dann auch Michael Bielefeld seinen Vertrag beim AEC und schließlich standen dann auch der endgültige Spielmodus für die kommende Saison fest. Zunächst würde der AEC in einer Pokalrunde gegen die Erstligisten Hannover, Wilhelmshaven sowie Bremerhaven antreten. Danach folgte der Ligabetrieb mit einer Regionalgruppe mit einem doppelten Vergleich gegen den Berliner SC und Salzgitter, bevor die Hauptrunde zusammen mit den verbliebenen 6 Teams (Lauterbach hatte zurückziehen müssen) mit einer weiteren Doppelrunde abschloss. Zum Abschluss der Vorrunde würde es noch einmal je zwei Spiele gegen Salzgitter und Berlin geben und im Januar 1997 starteten dann die Auf- und Abstiegsrunden mit je acht Teams und Doppelrunden. Wer jetzt richtig mitgezählt hat kommt auf gepflegte 58 Saisonspiele, für eine Liga die laut DEB keine Profiliga war. Na dann.

Als erster Neuzugang konnte man nur eine Woche später einen echten Hochkaräter verpflichten. Mit Bernhard Kaminski kam ein äußerst versierter Verteidiger von den Eisbären Berlin, der mit seinen 40 Jahren mehrere hundert Spiele Erfahrung aus den beiden obersten Ligen Deutschlands mitbrachte.

           
  No. Name Nat. Letzter Verein  
    Tor:      
  1 Bernd Holler Adendorfer EC  
  19 Crister Olsson ?  
           
    Verteidigung:      
  2 Michael Kratz EC Wilhelmshaven  
  6 Henry Thom Ratinger Löwen **  
  13 Frank Däsler Adendorfer EC  
  17 Heiko Niere Adendorfer EC  
  18 Lumir Mikesz Medway Bears (UK) **  
  21 Daniel Feller EV Pfronten  
  22 Bernhard Kaminski (C) Eisbären Berlin  
  69 Michael Bielefeld Adendorfer EC *  
           
    Sturm:      
  4 Marco Zielske Adendorfer EC  
  7 Luigi Calce HC Alleghe  
  11 Dave O´Brien ERC Westfalen Dortmund **  
  12 Andreas Möckl EHC Freiburg  
  15 Dieter Kinzel Adendorfer EC *  
  16 Kevin Harder Hennefer EC *  
  20 Denis Loschkin Adendorfer EC */**  
  24 Robert Friesen Grefrather EV *  
  25 Peter Hofmann EHC Trier  
  27 Jamie Hartnett Adendorfer EC  
  28 Troy Tumbach Adendorfer EC  
  20 ? Joe Tassone EHC Straubing *  
  ? Ron Chyzowski EC Peiting *  
    * = Abgang während der Saison ** = Zugang während der Saison  

Dauerkarten gab es bereits auch zu kaufen: 190 Mark für die Vorrunde plus Pokalspiele auf dem Stehplatz, für einen Sitzplatz wurde Mann oder Frau zwischen 260 und 310 Mark los. Einzelpreise für den Kurzentschlossenen: 15 für den Stehplatz und ab 20 Mark für den Sitzplatz. 

Weiter mit der Kaderplanung: Marco Zielske verlängerte und auch Troy Tumbach blieb dem AEC auch ein weiteres Jahr erhalten. Neu hinzustieß ein 20jähriger aus Ratingen, der die letzte Saison in der 1. Liga beim EC Wilhelmshaven verbracht hatte. Michael Kratz (rechtes Bild) kam mit der Empfehlung von 18 Scorerpunkten und nur 20 Strafminuten als Verteidiger in die  Heide.  Es sollte nicht bei einer Saison für ihn bleiben.

Die Verhandlungen zwischen Goalgetter Denis Loschkin und dem AEC scheiterten hingegen an den Gehaltsforderungen des Russen. Auch Goalie Rutenberg würde aus beruflichen Gründen nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stehen und somit suchte man noch nach einem zweiten Mann neben Routinier Bernd Holler.

Von Ende Juli an gab es dann fast täglich neue Nachrichten von der Personalplanung des AEC. So konnte Michael Holdmann sich mit dem AEC auf keinen neuen Vertrag einigen, während mit Kevin Harder ein alter Bekannter an den Scharnebecker Weg wechselte. Der gebürtige Kanadier, mittlerweile mit einer Lüneburgerin verheiratet, fiel als EU-Ausländer auch nicht unter das harte Ausländerkontingent. Für den zweiten Platz neben Jamie Hartnett wurde dann mit dem Kanadier Robert Friesen (rechtes Bild unten), ein Wunschkandidat von Coach Jeff Pyle verpflichtet. Von Erstligist Trier wechselte zudem ein 22-Jähriger Stürmer, der noch das ein oder andere Spiel für den AEC machen sollte: Peter Hofmann (linkes Bild unten). Kapitän Heiko Niere und Haudegen Frank Däsler verlängerten ihre Verträge um ein Jahr und Mitte August stand dann auch die neue Nummer eins fest. Der Schwede Christer Olsson (Bild oben links) empfahl sich mit  reichlich Erfahrung aus Schwedens Ligen 1 bis 3.

Es war auch die Zeit in der sich der neue 1. Vorsitzende des AEC, Wilfried Abramowski, sich erstmals der LZ zum Interview stellte und von seinen ersten, fast ausnahmslos positiven Eindrücken berichtete. So lief die Sponsorensuche gut, wenn auch kein neuer Hauptsponsor gefunden werden konnte, was dazu führte, dass seine Fa. Läbus auf die Brust des AEC rücken würde. Zudem erklärte er, dass eine Weiterverpflichtung von Loschkin und Holdmann nur möglich gewesen wäre, wenn diese sich der Marktsituation angepasst hätten. Außerdem nahm er die Mannschaft für die kommende Saison in die Pflicht und forderte einen Platz unter den besten vier und damit die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Eine Forderung die Trainer Pyle schon bald revidierte.

Doch zunächst durften sich die AEC-Anhänger über die Verpflichtungen des Italo-Kanadiers Luigi Calce sowie Verteidiger Daniel Feller, der aus Pfronten in die Heide kam, freuen. Nachdem dann bei einem Showtraining vor gut 400 Fans die Saison langsam eingeläutet werden konnte, kam eine Nachricht vom DEB die mal wieder zur reichlich Kopfschütteln bei den AEC-Verantwortlichen führte. Statt der besten 4 der Vorrunde durften nun alle 9 verbliebenen Teams der Liga in die Aufstiegsrunde eingreifen, womit die die Vorrunde zu einem sportliche wertlosen Muster verkam. Jeff Pyle erkannte das Problem schnell und gab ein neues Zwischenziel, nämlich die Meisterschaft in der 2. Liga Nord, aus.

Doch nachdem auch Dieter Kinzel als letzter für die neue Saison zugesagt hatte, musste Jeff Pyle sogleich den ersten dicken Dämpfer hinnehmen. Noch vor dem ersten Pokalspiel meldete sich Stefan Nötzel, bester deutscher Scorer der Vorsaison, mit einem Patellasehnenspitzensyndrom auf Monate ab und hinterließ kurzfristig eine große Lücke im dritten Block.


 

Coach Pyle´s Wunschformation vor der Saison:

1. Reihe: Tumbach, Friesen, Hartnett - 2. Reihe: Harder, Calce, Hofmann - 3. Reihe: vakant, besetzt mit Andreas Möckl, Zielske, Kinzel

1. Defensive : Kaminski, Kratz - 2. Defensive: Bielefeld, Niere - 3. Defensive: Däsler, Feller

Tor: Olsson, Holler

 

Guter Start und böses Ende

So startete der AEC in Hannover beim Erstligisten als absoluter Underdog in die Saison. Doch überraschenderweise brauchten die Gäste nur ein knappes Drittel Anlaufzeit und konnten dann eine 3:1-Führung der Hausherren in ein 3:5 drehen. Da Hannover danach trotz mehrerer Überzahlmöglichkeiten nur noch ein Treffer gelang, konnte der AEC einen überraschenden Sieg verbuchen.

Doch in den folgenden Spielen sollte der AEC nicht mehr soviel Glück haben wie zuvor. Im „Kampf der Systeme“ gegen das osteuropäisch geprägte Eishockey aus Wilhelmshaven musste man sich mit 1:8 geschlagen geben. In Bremerhaven setzte es eine bittere 5:6-Niederlage wobei man nach 14 Minuten bereits mit 0:4 in Rückstand lag. Im Rückspiel gegen Hannover holten sich die, nur mit zwei Reihen angetretenen, Adendorfer trotz einer starken Leistung eine 1:6-Klatsche ab.

Es wurde also Zeit personell nachzulegen. Zur Verpflichtung von Michael Mai (spielte gegen Wilhelmshaven) kam es allerdings nicht. Statt dessen kam Stümer Andreas Möckl vom insolventen Club Westfalen Dortmund.

Doch obwohl Jeff Pyle beim zweiten Vergleich mit Bremerhaven zum ersten Mal alle drei Blöcke vollzählig hatte, geriet die Partie zum Debakel. Coach Jeff Pyle (Bild rechts) hatte niemanden gesehen, „der Verantwortung übernehmen will", und so kam ein zwischenzeitliches 1:9 (Stand Minute 50) heraus. Lediglich in den Schlussminuten gelang es dem AEC dem höherklassigem Gegner den Schneid abzukaufen und so ein 6:10-Endergebnis zu produzieren, welches besser klang als es war. Zum Abschluss der Pokalrunde musste man dann in Wilhelmshaven nicht nur ein 4:7 verkraften sondern verlor Andreas Möckl mit einem Kreuzbandriss. Der AEC schied damit als Tabellenletzter aus dem Pokal aus und Möckl drohte nach nur einem Spiel das Saisonaus.

 

 

Spiele der Pokalrunde 1996/97

(Vergrößern = Klick aufs Bild!)

Zeichenerklärung: SR=Schiedsrichter, ZS=Zuschauer, SM H.=Strafminuten Heimteam, SM A.=Strafminuten Auswärtsteam, Ges.=Summe der Strafen, T=Tore, A=Assists, P=Punkte - Hintergrundfarbe Rot=Sperre, Orange=Verletzt, Grün=Fehlte aus anderen Gründen, Grau=Noch oder nicht mehr im Kader

Quelle: Auswertung der Spieltelegramme aus der LZ von Jörg Krebs.

 

Letzter Stand der Tabelle im Pokal

Pos. Klub Sp S U N Tore Dif. Punkte
1 REV Bremerhaven 3 2 1 0 20 : 15 5 5
2 EC Hannover 4 2 1 1 23 : 13 10 5
3 EC Wilhelmshaven-Stickhausen 3 2 0 1 18 : 16 2 4
4 Adendorfer EC 6 1 0 5 22 : 41 -19 2

Quelle: LZ / letzter Stand nach dem Ausscheiden des AEC

 

Der Beginn war nicht schlecht ...

Neues gab es dafür an der Ligenfront. Nach der plötzlichen Pleite und dem damit verbundenen Rückzug der Dortmunder aus der 1. Liga Nord, hatte der Herner EV eine Dringlichkeitssitzung des Ligaausschusses gefordert, welche wenige Tage vor Start des Ligabetriebs sich aber als utopisch erwies und 1. und 2. Liga Nord mit 13 bzw. 9 Teams in die Saison startete.

Saisonstart gegen Salzgitter: Bereits nach 46 Sekunden konnte Luigi Calce ein Solo zum 1:0 für die Hausherren nutzen und avancierte zum Mann des Abends, gelang ihm doch in Unterzahl das zwischenzeitliche 3:2, sowie die Vorlage für Kaminski´s 4:2. Hofmann und Friesen legten noch nach ehe Salzgitter ein wenig Ergebniskosmetik zum 6:4 gelang. In der Woche darauf traf Calce beim 4:2-Heimsieg gegen den Berliner SC wieder doppelt während Troy Tumbach (Bild rechts) nur einen Treffer markierte und die drei anderen auflegte. Das Rückspiel in Berlin wurde dann ein aufregenderes Spiel. Calce erzielte 4 Tore und Jamie Hartnett legte drei auf und traf 2 Minuten vor Schluss zum 5:6-Führung für den AEC. Bis dahin hatte die Führung fünfmal den Besitzer gewechselt und leider fiel dann nur wenige Sekunden später das 6:6 für die Gastgeber durch einen Penalty, so dass man sich auf ein Remis einigen musste.

Doch zum Abschluss der Regionalgruppe hielt sich der AEC schadlos, kam in Salzgitter in einem engen Spiel zu einem verdienten 3:2-Erfolg. Luigi Calce traf natürlich doppelt. Das angesetzte Freundschaftsspiel gegen die Crocodiles Hamburg wurde dann am Samstag zu einer müden Angelegenheit. Ohne den letzten Einsatz fing man sich den frühen Rückstand durch den Ex-Adendorfer Vukelic und konnte erst mit Beginn des Schlussdrittels das Spiel drehen und so war es wie so oft in diesen Tagen Calce der das entscheidende 3:2 für den AEC markierte. Jeff Pyle resümierte: „Wir wollten sie schlagen, wir haben sie geschlagen. Alles okay.“

In der Hauptrunde ging es dann mit einem „Ruhrpottwochenende“ weiter. Zunächst empfing man die Krefelder Reserve um am Sonntag bei den Schalker Haien die Schläger zu kreuzen. Das Duell mit den KEV Amateuren wurde wegen der zu spät eingetroffenen Gäste eine halbe Stunde später angepfiffen und ließ bei vielen Beteiligten Kopfschütteln zurück. So verdaddelte der AEC gegen einen schwachen Gegner im Schlussabschnitt fast noch eine sichere 5:1-Führung (Calce traf in den Schlusssekunden zum 6:4 ins leere Tor) und das Gespann um Hauptschiedsrichter Kathmann, die wahllos auf beiden Seiten Strafen verteilten, zog sich den Unmut von Spielern und Fans zu. Fünf Disziplinarstrafen wegen Reklamierens sprechen eine deutliche Sprache.

Mir ist ein 6:4 lieber als ein 10:1", hatte Jeff Pyle am Freitag nach dem Krefeld-Spiel (Bild links: Luigi Calce gegen den KEV II) gesagt, „denn dann wissen wir wenigstens, dass wir gegen Schalke hart arbeiten müssen." In Gelsenkirchen klappte das aber nicht. Nach zehn Minuten lag man mit 0:3 hinten und bis zur Halbzeit des Spieles hatte Schalke das Spiel entschieden und das Ergebnis auf 0:7 geschraubt. Der AEC kassierte einfach zu viele Strafen, fing sich insgesamt 4 Überzahltreffer und verlor zudem Michael Kratz mit einer Spieldauerstrafe. Bielefeld und Friesen konnten am Ende nur noch Ergebniskosmetik betreiben und so siegten die Haie verdient mit 9:2.

Einstellungsfrage?

In dieser Form gehören wir mit Sicherheit nicht zu den Spitzenmannschaften der zweiten Liga", lautete das Fazit von Trainer Jeff Pyle. Dieser hatte beim Gastspiel in Braunlage arge Personalsorgen. Neben dem gesperrten Kratz fielen Kinzel und Kaminski aus, so dass das 1:6-Endergebnis wenige überraschte. Das Zustandekommen dann schon: Der AEC versiebte besonders in den ersten vierzig Minuten Hochkaräter für zwei Spiele um dann im Schlussdrittel konditionell ein wenig einzubrechen. Ein genervter Jeff Pyle kommentierte knapp: „Wir müssen vor dem Tor konsequenter spielen."

Dem spielerisch guten Auftritt in Braunlage kam die „Bankrotterklärung“ (LZ) gegen Hamm. Trotz einer 2:0-Führung gelang es nie den Gast aus Hamm in den Griff zu bekommen und so kassierte man eine hochverdientes 5:9 auf heimischen Eis.

Eine Krise nach drei Niederlagen in Folge wollte Wilfried Abramowski noch nicht sehen. „Ich glaube, ein bisschen meckern muss man, damit die Jungs wieder die richtige Einstellung finden. Allerdings musste man wohl eingestehen, dass man die Stärkeverhältnisse der Liga falsch eingeschätzt hatte und so kündigte Hartmut Bremer an definitiv noch nachlegen zu wollen.

Die Mannschaft war somit in Limburg unter Druck etwas zählbares mitzubringen, um den Negativtrend zu stoppen und der öffentlichen Kritik den Nährboden zu entziehen. Zwar gelang nicht der große Befreiungsschlag, aber das 3:3 beim Westvertreter ließ auf Besserung hoffen. Doch das Heimspiel am Sonntag endete mit einem Pfeifkonzert der rund 1500 Fans. 1:5 unterlag man dem Berliner SC und ließ zum wiederholten Male eine spielerische Linie vermissen.

Noch vor dem Auswärtsspiel in Braunschweig kam dann zumindest eine positive Nachricht: Das 1:5 gegen Berlin wurde 5:0 für den AEC gewertet, da Stefan Rivards Spielberechtigung abgelaufen war. Aber auf dem Eis setzte sich das Elend, welches durchaus als Krise bezeichnet werden darf, fort. Die Eintracht setzte mit dem 4:1 im ersten Drittel ein Ausrufezeichen, dass der AEC, welcher sich kämpferisch verbessert zeigte, nicht mehr kontern konnte und sich mit dem 6:3-Ergebnis abfinden musste.

Der Befreiungsschlag gelang dann daheim gegen den EHC Salzgitter (Bild rechts: Michael Kratz gegen den EHC). Zwar waren die Gäste ersatzgeschwächt ins Spiel gegangen, führten aber früh. Doch die erste Reihe des AEC fand zum richtigen Zeitpunkt zu seiner Torgefährlichkeit zurück und so entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor, dass die Gastgeber verdient mit 9:2 für sich entscheiden konnten. Wermutstropfen blieb allerdings die Spieldauerstrafe für Frank Däsler nach einer Keilerei.

Neue Gesichter und Dieter Kinzel geht

Die Gerüchteküche brodelte: Kommt Denis Loschkin zurück in die Heide? Eine privater Sponsorengruppe war an den Verein herangetreten und hatte zum Goalgetter der vergangen zwei Spielzeiten Kontakt aufgenommen und den Coup eingefädelt. So kehrte der russiche Stürmer nach wenigen Monaten ohne Job doch wieder zum AEC zurück. Doch als Nicht-EU-Bürger stand er im „harten“ Kontingent als dritter Ausländer im Kader (Neben Robert Friesen und Jamie Hartnett), von denen nur zwei auf dem Spielberichtsbogen stehen durften.

Während Loschkins Spielberechtigung dann doch ein paar Tage länger auf sich warten ließ als erhofft, meldete sich der schmerzlich vermisste Bernhard Kaminski wieder fit.

Doch der AEC konnte sein Formtief („Es ist wie verhext. Wir kriegen das Ding einfach nicht rein. Ich weiß auch nicht, warum." Jeff Pyle) nicht überwinden. In Berlin ebneten sich die Gastgeber bereits im ersten Drittel mit einem 3:0 den Weg, zu einem mehr oder weniger ungefährdeten 5:2-Heimsieg.

Nach der Verpflichtung Loschkins legte der AEC personell nach. Mit dem gebürtigen Kanadier Dave O´Brien, kam ein erfahrener und kontingentfreier Spieler nach Adendorf, der zuletzt für die pleite gegangenen Dortmunder auf dem Eis stand. O`Brien spielte seit 1981 in Deutschland und fiel daher nicht mehr unter die Ausländerregelung. Doch nur wenige Tage später knallte es dann unvermittelt anderer Stelle: Dieter Kinzel verabschiedete sich aus dem AEC-Team, nachdem die Verhandlungen um seinen Vertrag zu unüberbrückbaren Differenzen führten. Der ehemalige Kapitän und Trainer der Aufstiegsmannschaft von 1994/95 verließ somit nach rund 6 Jahren beim TSV und AEC Adendorf.

Lebenszeichen aus der Heide

Nach dem guten Start in die Saison hatte die genommene Krise den AEC auf Platz 6 ankommen lassen. Somit war der AEC beim Heimspiel gegen den Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen, trotz der erstmals auflaufenden Loschkin und O`Brien (Bild links) Außenseiter. O`Brien gelang auch sogleich sein Premierentor, doch die Schalker kamen durch individuelle Fehler der Gastgeber schnell ins Spiel zurück und konnten vor über 2000 Zuschauern noch vor der ersten Pausensirene ein 1:3 herausschießen. „Verdammt, wir haben sie selbst wieder aufgebaut", schimpfte Coach Jeff Pyle in der Pause und fand wohl auch sonst die richtigen Worte für sein Team. Denn im zweiten Spielabschnitt diktierte jetzt der AEC das Geschehen und drehte, unter dem Jubel der Fans, das Spiel auf 4:3. Im Schlussdrittel versuchten die Haie zwar noch einmal alles, aber ein aufopferungsvoll kämpfendes AEC-Team, was sich in jeden Schuss warf, brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Pyle resümierte „Ich bin glücklich, dass alles geklappt hat. Die Mannschaft hat sich ihre Fans zurückverdient.“

Ob es sich nur um ein Strohfeuer handelte, sollte der Vergleich mit Tabellenführer Braunlage zeigen. Doch im ausverkauften Adendorfer Eisstadion verfiel der Gastgeber in alte Gewohnheiten und ließ dem Gästen aus dem Harz im ersten Drittel viel zu viel Raum, was diese konsequent bestraften. So ging es mit einem 1:5 in die erste Pause. Im zweiten Drittel hatte man Glück das Switzer und Murray nur Metall trafen und der AEC durch Tore von Zielske und Harder bei einem Gegentreffer verkürzen konnten. Die endgültige Entscheidung war somit verschoben und nach dem schnellen Anschlusstreffer von O`Brien sogar ausgesetzt. Doch Switzers fünfter Treffer des Abends besiegelte die Niederlage, welche nicht einmal in den Schlusssekunden in Gefahr geriet, als der AEC, viel zu spät, auf 6:7 stellte. Bild rechts: AEC vs. Braunlage.

In Hamm leistete sich der Gast einen weiteren Offenbarungseid. Trotz einer, wie schon im Hinspiel, 2:0-Führung gelang es dem AEC keine Ruhe ins eigene Spiel zu bekommen und brach nach dem Ausgleich zusammen und kassierte eine bittere 3:8-Klatsche. „Wir sind rumgelaufen wie eine Bamini-Mannschaft", kommentierte Pyle bedient.

Die Karten werden neu gemischt

Zu ersten personelle Konsequenzen führte dies dann noch Ende November. Kevin Harders Vertrag, der mit einem verschleppten Leistenbruch zudem wochenlang auszufallen drohte, wurde nicht über den 1. Dezember verlängert und Michael Bielefeld flog ebenfalls aus dem Kader und wurde zum Jahresende gekündigt. Derweil bemühte man sich als Ersatz um den Italo-Kanadier Joe Tassone aus Straubing und zwei weitere Verteidiger.

Auf dem Eis gab das Team die richtige Antwort. Gegen Braunschweig zeigte man eine starke Leistung, ließ sich auch von einem zwischenzeitlichen Rückstand verrückt machen und setzte im Schlussdrittel den entscheidenden Punch, als man beim Stand von 6:6 auf 9:6 davonzog. Am darauf folgenden Sonntag war man auch nur wenige Minuten vom 4-Punkte-Wochenende entfernt, konnte aber trotz eines Hattricks von Dave O´Brien nur einen Punkt aus Salzgitter entführen. Der AEC blieb so weiterhin auf Platz 6, aber hatte aber trotzdem weiterhin nur fünf Punkte Rückstand auf die Spitze.

Noch vor dem Nikolaustag gab es dann bereits die Bescherung. Aus England, von den Medway Bears, kam mit Lumir Mikesz (Bild rechts) ein tschechischer Verteidiger, mit Deutschen Pass, in die Heide. Zugleich gab es vom DEB mal wieder Nachrichten zu den Aufstiegsregelungen. So sollten nicht wie geplant vier sondern nur noch zwei Team in die 1. Liga aufsteigen, welche ihre Sollstärke in der Folgesaison auf 12 von 14 senken würde. Graue Theorie wie sich wieder mal zeigen sollte.

Wieder aufs Eis. Limburg war zu Gast in Adendorf und legte mit einem Doppelschlag zum Ende des ersten Durchgangs den Grundstein zum Auswärtssieg. Der AEC lief hingegen seiner Form und dem Gegner zu oft hinterher, konnte lediglich verhindern, dass die LEG nicht uneinholbar davonzog. Doch das letzte Aufbäumen der Gastgeber wurde, mit dem Empty-Net-Tor zum 4:6, je beendet.

Wir haben einfach nicht die Selbstdisziplin, um ein Spiel mal in der Abwehr zu gewinnen. Man muss Stolz und vor allem Lust haben, in der Deckung hart zu arbeiten. Und das sehe ich bei einigen nicht." Harte Worte von Jeff Pyle nach dem Sieg in letzter Sekunde bei Schlusslicht KEV II. Zwei Drittel war man spielerisch überlegen und gab dann eine sichere 2:0-Führung aus den Händen. Luigi Calce war es dann, der praktisch mit der Schlusssirene, das 3:2 für den AEC erzielte und so eine Blamage verhinderte.

Das 8:6 daheim gegen Salzgitter verbuchte man dann als Arbeitssieg. Nach zwei Dritteln auf Augenhöhe, ging zunächst der EHC mit 3:4 in Führung um dann binnen fünf Minuten den AEC auf 7:4 davonziehen zu sehen. Letztlich war das 8:6 nicht mehr in Gefahr, dafür musste man aber Dave O´Brien Spieldauerstrafe hinnehmen, welche vom schwachen Schiedsrichtergespann ausgesprochen wurde. Am Rande des Spiels konnte man dafür neue Verpflichtungen bekanntgeben. Der bereits umworbene Joe Tassone (1. Bild v. links), als auch Verteidiger Henry Thom (2. Bild v. links) würden in Zukunft für den AEC auflaufen.

Blamage nach Weihnachten

Weihnachten stand vor der Tür, als auch das Doppelwochenende gegen den Berliner SC. In einem harten Spiel konnte man dem Tabellenzweiten aus der Hauptstadt zunächst in Adendorf ein 2:2 abtrotzen, verlor aber Rob Friesen mit einer Fußprellung. 42 Stunden später trennte man sich dann in Berlin mit dem gleichen Resultat. Der AEC trat auf der Stelle.

Derweil meldete sich Andreas Möckl nach seiner Knieverletzung wieder zum Training und Jeff Pyle hoffte auf den ersten Einsatz im Januar. Dunkle Wolken zogen hingegen über Salzgitter auf, wo die Gerüchte über einen baldigen finanziellen Kollaps des EHC immer lauter wurden.

Doch noch spielte man in Salzgitter noch Eishockey und so reiste der AEC zum Abschluss der Vorrunde und des Jahres 1996 zum Gastspiel in die Stahlstadt. Vor rund 250 mitgereisten Fans geriet das Spiel zum Debakel. Mit 2:7 musste man sich, auch in der Höhe verdient, geschlagen geben.

Für den EHC war es das vorletzte Spiel seiner Vereinsgeschichte, meldete man doch nach dem Spiel in Berlin am Montag sogleich Konkurs an. 400.000 Mark Schulden zwangen zu dem Schritt.

Die zwischenzeitlich beschlossenen Playoffs mit den letzten drei der 1. Liga waren damit hinfällig und so bastelte man einen auf die schnelle einen neuen Modus zusammen. Man konnte sich am Ende auf eine Einfachrunde und anschließende Playoffs einigen. Die Sieger der Halbfinale sollten dann als direkte Aufsteiger der 1. Liga feststehen.

 

Ergebnisse des AEC in der 2. Liga Nord

(Vergrößern = Klick aufs Bild!)

Zeichenerklärung: SR=Schiedsrichter, ZS=Zuschauer, SM H.=Strafminuten Heimteam, SM A.=Strafminuten Auswärtsteam, Ges.=Summe der Strafen, T=Tore, A=Assists, P=Punkte - Hintergrundfarbe Rot=Sperre, Orange=Verletzt, Grün=Fehlte aus anderen Gründen, Grau=Noch oder nicht mehr im Kader

Quelle: Auswertung der Spieltelegramme aus der LZ von Jörg Krebs.

 

Die Tabelle der 2. Liga Nord 1996/97

Pos. Klub Sp S U N Tore Dif. Punkte
1 Braunlager EHC/Harz 24 16 3 5 148 : 85 63 35
2 Berliner Schlittschuhclub (N) 24 14 4 6 99 : 76 23 32
3 Gelsenkirchener EC (N) 24 14 1 9 123 : 92 31 29
4 ASV Hamm 24 14 0 10 142 : 108 34 28
5 Eintracht Braunschweig 24 13 0 11 111 : 104 7 26
6 Adendorfer EC 24 10 5 9 102 : 111 -9 25
7 Limburger EG 24 9 3 12 105 : 124 -19 21
8 EHC Salzgitter * 24 6 2 16 87 : 116 -29 14
9 Krefelder EV II 24 3 0 21 54 : 155 -101 6

Quelle: Wikipedia / * Salzgitter zog sein Team nach der Runde zurück

 

 

Der Verlauf in der Tabelle

Nach deinem guten Start in die Liga gegen die Regionalkonkurrenten aus Berlin und Salzgitter folgte der Absturz auf Platz 6. Trotz der sehr durchwachsenen Leistungen auf dem Eis, hatte der AEC bis zuletzt die Chance auf einen forderen Tabellenplatz, da vor den letzten Spieltagen die Punkteabstände zwischen Platz 3 und 7 klein waren. Letztlich zeigte sich aber, dass die Platzierung der Vorrunde auf den Verlauf der Aufstiegsrunde keinen EInfluss hatte, da Salzgitter sein Team abmeldete und somit die geplanten Playoffs platzen ließ.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt zählt es!

Wir müssen im Kopf scharf, heiß sein." brachte Kapitän Bernhard Kaminski vor den anstehenden Aufstiegsrunde auf den Punkt und fügte an: „Ich denke, die Mannschaft weiß, dass jetzt jeder Punkt, jedes Tor und jedes verhinderte Tor wirklich zählen. Nun müssen alle ihre Pflicht erfüllen." Auch Jeff Pyle nahm seine Mannschaft in die Pflicht, insbesondere Goalie Crister Olsson der mit wechselhaften Leistungen in der Vorrunde sich nicht so nachdrücklich aufdrängte wie es Pyle gerne gehabt hätte.

Der Start ins Jahr 1997 und in die heiße Phase der Saison begann aber später. Limburg war im Schnee steckengeblieben und so fiel der erste Puck erst um 20:59. Gut für den AEC, wie sich zeigen sollte. Die Gastgeber konnten schnell eine sichere Führung heraus kombinieren und gingen am Ende mit 10:1 vom Eis. „Die ganze Mannschaft. Sie hat hervorragend gespielt“, befand Pyle.

Dass das Team den Ernst der Lage erkannt hatte, zeigte sich in Braunschweig. Nach müden 40 Minuten lag man 2:5 zurück und die bis dahin gezeigte Leistung machte wenig Mut auf ein Comeback. Doch genau dieses schaffte man und ging vier Minuten vor Schluss mit 6:5 in Führung um 16 Sekunden vor Ende doch noch den Ausgleich zu kassieren.

In der kommenden Woche überraschte man dann den AEC-Anhang mit einem Neuzugang. Ron Chyzowksi (Bild rechts), kanadischer Stürmer, stieß aus Peiting zum Team von Jeff Pyle und stellte somit jemanden anderen aufs Abstellgleis. Mit Chyzowski hatte man bereits den 4. Spieler im Kader, der unter das harte Ausländerkontingent fiel. Rob Friesen fiel schon langfristig mit einer Fußverletzung aus, so dass man sich um eine Vertragsauflösung bemühte, während man Denis Loschkins (Bild links) privat finanzierten Vertrag auslaufen und den russischen Stürmer wegen seiner inkonstanten Leistungen nach Sonthofen ziehen lies.

Am Freitag war es dann nicht der „Neue“ der die Massen im fast ausverkauften Adendorfer Eisstadion verzückte. Gegen den Vorrundenmeister aus Braunlage war es mal wieder Luigi Calce der beim 3:3, mit einem Hattrick, einen Punkt für den AEC sicherte. Man blieb somit nach drei Spielen weiter ungeschlagen und hoffte beim anstehen Wochenende auf weitere Erfolgserlebnisse gegen die Erstligisten Königsborn und Wilhelmshaven.

In Königsborn konnte man, zwar schwer erkämpft, zwei Punkte entführen, auch weil Ron Chyzowski seinen ersten Treffer für den AEC erzielte und sich Luigi Calce weiterhin treffsicher zeigte. Doch nach dem 5:3 am Freitag folgte gegen die kalte Dusche gegen das Team von Coach Josef Vimmer. Vor 2200 Zuschauern zeigten sich die Gäste aus Wilhelmshaven als abgezockter im Ausnutzen ihrer Chancen, während der AEC das eine oder andere Mal zu oft an ECW-Keeper Pürschel scheiterte. So musste man am Ende ein 2:4 und die erste Niederlage der Runde hinnehmen, während sich der ECW an die Tabellenspitze setzte.

Geht Jeff Pyle?

Unruhe dann unter Woche vor dem Spiel gegen Bremerhaven. Gerüchte kamen auf, Jeff Pyle wolle den AEC zum Saisonende verlassen und in die USA zurückkehren. Als Nachfolger brachte sich der in Bremerhaven geschasste Christian Michna ins Gespräch. Seitens des AEC kommentierte AEC-Präsident Abramowski: „Wir beginnen Anfang Februar mit Vertragsgesprächen. Das gilt sowohl für die Spieler als auch für den Trainer. Wenn da was nach Außen getragen wird, weil sich unbedingt jemand profilieren will, dann ist das Thema für uns schon erledigt.“ Blieb der Verdacht, dass man einfach nur ein wenig Unruhe in Adendorf erzeugen wollte.

Ob es dann die Vorkommnisse in der Woche, die Umstellungen in den ersten beiden Sturmreihen, oder die Gastgeber aus der Bremer Enklave taktisch besser eingestellt waren, soll jeder für sich selber entscheiden. Auf dem Eis fing sich der AEC, insbesondere der erste Block ein Gegentor nach dem anderen, so dass die späten Anschlusstreffer von Tassone und Hartnett nur noch Ergebniskosmetik zum 2:8 waren. Immerhin konnte man am Sonntag daheim Wiedergutmachung bei den Fans betreiben. Gegen Krefelds bisher punktlosen „Kindergarten“ gelang ein glattes 8:0, wobei man leider Luigi Calce mit einer unnötigen Spieldauerstrafe verlor.

Richtungsweisende Spiele standen dann zu Beginn des Februars an. Zunächst kamen die punktgleichen Hammer Eisbären in die Heide, bevor das Auswärtsspiel in der Hauptstadt auf dem Programm stand, beim ebenfalls punktgleichen BEC. Doch es wurde ein Wochenende mit Licht und Schatten. So gelang zwar gegen Hamm ein schwer erkämpfter 3:2-Sieg, doch in Berlin scheiterte man an BEC-Goalie Bielke („Gegen uns hält der immer wie ein Weltmeister. Unglaublich.“ Jeff Pyle), der eigenen Chancenverwertung und nahm zu viele Strafen. „Die Jungs hätten ein Remis verdient gehabt, deshalb sind wir ein bisschen enttäuscht. Insgesamt bin ich mit unserer Leistung aber nicht unzufrieden." resümierte Pyle nach dem 2:4.

Neue Reize

Trotz der verpassten Chance dem Führungstrio auf die Pelle zu rücken, setzte der AEC neue Reize. AEC-Präsident Abramowski setzte eine Extra-Prämie für das Erreichen eines der ersten vier Plätze aus, da man so in den Playoffs mit einem zusätzlichen Heimspiel rechnen könne, was zusätzliche Einnahmen garantiere.

Doch für eine gute Platzierung benötigt man Siege, insbesondere zu Hause. Gegen die Schalker Haie war der erste Sieg eigentlich nach rund 50 Minuten in trockenen Tüchern, führte man doch mit 4:2. Das 4:3, brachte die Defensive zum Schwimmen und auch Bernd Holler, der für den mit einer Leistenzerrung fehlenden Olssen spielte, patzte bei einem ungefährlichen Schuss von der blauen Linie zum Ausgleich. In Limburg zeigte dann Holler (Bild rechts, 1. v. links, mit Peter Hofmann) hingegen eine starke Leistung konnte aber nicht verhindern, dass der AEC mit 3:6 verlor. Diskutabel blieb an diesem Abend vor allem die Schiedsrichterleistung, schickten die Unparteiischen doch regelmäßig nur die Gäste in die Kühlbox. So kam man auf 32 Strafminuten (plus drei Zehner), während die LEG mit 10 Minuten davonkam und die reichlich vorhandene Überzahl nutze.

Nach diesem sehr durchwachsenen Doppelspieltag fand sich der AEC auf Rang 7 wieder, zwar immer noch in Schlagdistanz zum angepeilten 4. Platz, aber trotzdem drohe der Fall aus den Playoffrängen.

Braunlage erwies sich aber wieder als die harte Nuss, die der AEC einfach nicht knacken konnte. Vor 2100 Zuschauern auf dem Harzer Wurmberg legten die Gastgeber ein 1:0 vor. Die Gäste hatten im Anschluss mehr als einmal die Chance auf den Ausgleich, doch der ECH zeigte sich abgeklärter und brachte sich mit einem Doppelschlag unmittelbar vor der zweiten Pause auf die Siegerstraße. Als dann Zielske endlich zum ersten Mal den starken Braunlager Goalie Schröder überwand, war es zu spät für eine Schlussoffensive. Mit 2:6 musste man sich vom Berg verabschieden. Auf Schalke verhinderte man immerhin das Abrutschen auf Platz 9, verpasste aber auch einen erhofften Befreiungsschlag. So rannte man zwei Drittel eine Haie-Führung hinterher, um im Schlussabschnitt die Partie von 3:4 auf 5:4 zu drehen. Doch wie so häufig in dieser Saison konnte man die zwei Punkte nicht festhalten und musste in den letzten Minuten noch den Ausgleich hinnehmen.

Nach diesem unerfreulichen Auswärtspartien stand glücklicherweise wieder ein Heimspiel auf dem Programm, dessen Stattfinden aber zeitweise auf der Kippe stand. Die klammen Königsborner mussten drei Juniorenspieler akquirieren und kam mit gerade einmal zwölf Spielern nach Adendorf. Doch trotz der kurzen Bank spielten die Gäste erstaunlich gut mit, bzw. wurden gelassen. Nach einem 4:3 im ersten Durchgang mit zwei geschenkten Toren, hielt Jeff Pyle die richtige Gardinenpredigt. Mit 8:0 schoss man die jetzt bedauernswerten Gäste im Mittelabschnitt ab und ließ es dafür die letzten 20 Minuten etwas ruhiger angehen. Endstand 16:5.

Dieser Pflichtsieg gegen das Kellerkind war einkalkuliert, wie auch die folgende 0:4-Niederlage beim weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer aus Wilhelmshaven. Die Gastgeber führten früh mit 3:0, was dem spielerischen Niveau wenig guttat. Stattdessen verzettelten sich beide Teams in Nicklichkeiten, welche in einer handfesten Schlägerei eskalierte und für Luigi Calce eine Sperre von vier (!) Spielen bedeutete (später verkürzt auf drei plus eins auf Bewährung). Da Lumir Mikesz dann in der Woche eine Autogrammstunde schwänzte, durfte auch er beim kommenden Heimspiel gegen Braunschweig auch auf der Tribüne Platz nehmen.

Schlusspurt um die besten Plätze

Die Ausgangslage vor dem Spiel gegen die Eintracht war klar. Ein Sieg gegen den Tabellenvierten war für den AEC, welcher nur einen Punkt dahinter lag, im Kampf um Platz 4 Pflicht. In diesem Schlüsselspiel zeigte das Team von Jeff Pyle Charakter. Noch im ersten Drittel verpassten beide Seiten reihenweise gute Chancen, lediglich Peter Hofmann gelang das 1:0 für den AEC, welche sich dann im zweiten Abschnitt vom Gast die Butter vom Brot nehmen ließ und sich urplötzlich einem 1:3-Rückstand gegenüber sah. Dave O´Brien gelang aber noch vor der zweiten Pause das wichtige Anschlusstor, bevor der Gastgeber im Schlussdrittel die geforderte Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor entwickelte und die Eintracht mit einem 6:3 nach Hause schickte. Bild links: AEC vs. Braunschweig.

Vor dem wichtigen Duell gegen den Tabellenzweiten aus Bremerhaven gab man dann, vielleicht etwas überraschend, die Trennung von Coach Jeff Pyle zum Saisonende bekannt. Während der AEC-Vorstand für die Zukunft einen Vollzeit-Trainer für zwölf Monate im Jahr suchte, welcher auch die Nachwuchsarbeit im Verein koordinierte wollte Pyle weiterhin nur seinen Fokus auf die 1. Herren legen. „Ich möchte, mich in den Jugendbereich nicht einmischen, da arbeiten genug Leute", kommentierte der scheidende Trainer während Club-Chef Abramowski anfügte: „Wir gehen nicht im Streit auseinander, es waren sehr vernünftige Gespräche." Somit war der Vorstand des AEC ab sofort auf Trainersuche für die kommende Saison.

Gespielt wurde auch noch. Und wie! Der REV Bremerhaven mit 400 Fans im Gepäck reiste nach Adendorf und kamen gegen konzentrierte Adendorfer zunächst richtig unter die Räder. 5:1 stand es nach 27 Minuten für den AEC, doch der Gast hatte sich noch nicht aufgegeben. Noch vor dem zweiten Pausentee verkürzte der REV auf 5:4 und kam mit Beginn des letzten Durchgangs zum Ausgleich. Zwar traf Tumbach noch einmal zur erneuten Führung für Adendorf doch Hachula und Nurminen drehten binnen drei Minuten das Spiel, ehe Lukschneider ins leere Tor zum 6:8-Endstand vollendete. Zwei verschenkte Punkte, wobei Jeff Pyle die Schuld an der Niederlage an den Unparteiischen festmachte: „Der Schiedsrichter hat uns im Schlussdrittel benachteiligt. Mein Team hat alles gezeigt. Ich kann nicht böse sein.“ Bild rechts: Rudelbildung beim Spiel AEC vs. Bremerhaven.

In Krefeld hielt man sich beim Schlusslicht dann fast schadlos, gewann sicher mit 5:1, verlor aber Peter Hofmann mit einer Spieldauerstrafe für das Duell gegen Hamm. Gegen die Eisbären musste ein Sieg her um die letzte theoretische Chance auf Platz 4 aufrechtzuerhalten doch obwohl Luigi Calce nach seiner Sperre wieder aufs Eis gehen konnte. Doch der AEC nahm wieder einmal zu den falschen Momenten seine Auszeiten und dem Eis und so konnte man sich am Ende bei Crister Olsson bedanken, dass es nur eine 2:6-Klatsche in Hamm setzte. Platz 4 in der Tabelle war damit natürlich hinfällig und auch das abschließende 6:4, daheim gegen Berlin, konnte lediglich den 7. Rang sichern.

 

 

Ergebnisse des AEC in der Relegation zur 1. Liga Nord

(Vergrößern = Klick aufs Bild!)

Zeichenerklärung: SR=Schiedsrichter, ZS=Zuschauer, SM H.=Strafminuten Heimteam, SM A.=Strafminuten Auswärtsteam, Ges.=Summe der Strafen, T=Tore, A=Assists, P=Punkte - Hintergrundfarbe Rot=Sperre, Orange=Verletzt, Grün=Fehlte aus anderen Gründen, Grau=Noch oder nicht mehr im Kader

Quelle: Auswertung der Spieltelegramme aus der LZ von Jörg Krebs.

 

Die Tabelle der Relegation zur 1. Liga Nord 1996/97

Pos. Klub Sp S U N Tore Dif. Punkte
1 EC Wilhelmshaven-Stickhausen 20 17 1 2 119 : 55 64 35
2 REV Bremerhaven 20 16 0 4 150 : 80 70 32
3 Braunlager EHC/Harz 20 12 3 5 113 : 85 28 27
4 Limburger EG 20 11 2 7 91 : 82 9 24
5 ASV Hamm 20 12 0 8 107 : 71 36 24
6 Berliner Schlittschuhclub 20 11 0 9 113 : 71 42 22
7 Adendorfer EC 20 8 4 8 96 : 83 13 20
8 Eintracht Braunschweig 20 8 3 9 98 : 90 8 19
9 Gelsenkirchener EC 20 3 5 12 84 : 109 -25 11
10 Königsborner EC 20 2 2 16 56 : 164 -108 6
11 Krefelder EV II 20 0 0 20 38 : 175 -137 0

Quelle: Wikipedia

 

 

 

Der Verlauf in der Tabelle

Der AEC legte wieder einen tollen Start in der Aufstiegsrunde hin, der aber schnell in den direkten Duellen gegen die Erstligisten relativiert wurde. Im Anschluss nahm man sich dann noch eine Auswärtskrise, mit lediglich 3 Punkten auf fremden Eis. Da es auch daheim wenige Erfolgserlebnisse gab musste man sich am Ende mit dem 7. Rang zufriedengeben. Nicht auszudenken was hätte geschehen können, wenn man nicht zu Beginn der Runde gepunktet hätte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Playoffs, Baby!

Platz 7 brachte das alte Duell mit Bremerhaven auf die Tagesordnung. Der Tabellenzweite ging zwar als Favorit in die kommende Best-of-Three-Serie der Playoffs, doch hatte der AEC die Nordseestädter doch vor zwei Wochen erst am Rande einer Niederlage gehabt. „Wir sind ganz ruhig, wir lassen das locker auf uns zukommen“, meinte Shane Easter, Coach der Bremerhavener, und fügte hinzu: „Adendorf wird keine Hürde für uns sein, ich fürchte mich eher vor Limburg." Jeff Pyle konterte: „Na ja, das ist okay, es ist Play-Off-Zeit. Aber ich mag solche Sprüche nicht. So reden nur Boxer vor ihren Kämpfen. Es geht bei Null los. Jetzt gilt es, einmal wirklich alles zu geben. Weniger ist zu wenig."

Genug geredet, denn auf dem Eis gilt es bekanntlich. Ohne Dave O´Brien allerdings, der noch vordem ersten Playoffvergleich gefeuert wurde. AEC-Präsident Abramowski wollte in diesem Zusammenhang keine Details nennen, erklärte wie folgt: „Dave O'Brien hat private und sehr akute juristische Probleme. Wir haben versucht, ihm zu helfen, haben unseren Rechtsanwalt für ihn eingeschaltet. Der hat mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Westdeutschland gesprochen und einen Lösungsweg vereinbart. Aber O'Brien ist darauf überhaupt nicht eingegangen, hat fällige Geldsummen nicht gezahlt. Wir haben ihn mehrmals gewarnt, aber jetzt ist Schluss."

Spiel 1

Solche Nebengeräusche ließen sicherlich nicht optimale Vorbereitung auf die KO-Duelle gegen den REV zu und doch zeigte der AEC beim ersten Spiel an der Nordsee eine richtig gutes Partie. Doch zunächst überboten beide Teams sich mit Unsicherheiten und Fehlern im eigenen Drittel, welche der Gast zu drei Führungen nutzte, die von Bremerhaven allesamt egalisiert wurden. Nach diesem vogelwilden ersten Abschnitt kamen beide Mannschaften konzentrierter aus der Kabine, doch Marco Zielske konnte in der 29. Spielminute einen Konter zur erneuten AEC-Führung nutzen. Eine Führung die nicht lange halten sollte, schlugen die Gastgeber doch noch vor dem Ende des zweiten Drittels zurück und drehten die Partie in Überzahl zu ihren Gunsten auf 5:4. Jeff Pyle hingegen war von den den Pfiffen gegen sein Team wenig begeistert und brüllte in Richtung der Unparteiischen: „Das ist ein absoluter Witz, was ihr da zusammenpfeift. Lasst die Jungs doch Eishockey spielen.“

Im Schlussdrittel lieferten sich dann beide Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch und Luigi Calce gelang es noch einmal für den AEC auszugleichen, ehe Wetzel das 6:5 für den REV besorgte. Der Gast

aus Adendorf versuchte in den verbleibenden vier Minuten die Overtime zu erzwingen, doch an diesen Abend blieb das Tor von REV-Keeper Zimmer geschlossen. Bremerhaven hatte sich damit für das Sonntagsspiel im Adendorfer Eisstadion den „Matchpuck“ erspielt.

Spiel 2

Das ist der bislang schönste Moment der Saison für mich." Jeff Pyle hatte zuvor 60 Minuten Powereishockey von zwei gleichwertigen

Mannschaften gesehen, mit dem Unterschied, dass zum ersten Mal in dieser Saison, der AEC das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Vor rund 2150 Zuschauern brachte Calce den AEC zweimal in Führung. Doch in der 35. Minute verlor Olsson seine Kelle und der REV kam zum Ausgleich und wenig später zur Führung. Sollten die Gäste somit tatsächlich nach zwei Partien in die nächste Runde marschieren? Mitnichten, denn der AEC fand im letzten Drittel die richtige Antwort und drehte durch einen Doppelschlag von Tassone (42. & 44.) das Spiel, bevor Jamie Hartnett das 5:3 nachlegte. Der Empty-Netter zum 6:3 von Tumbach ging dann im Jubel unter. Der AEC hatte die Serie ausgeglichen und den REV zum Nachsitzen am Dienstagabend verdonnert. Joe Tassone hatte noch mehr vor: „Jetzt packen wir sie. Das war heute unsere beste Saisonleistung, auch nach dem zweiten Drittel haben wir noch an unsere Chance geglaubt."

Vor dem entscheidenden dritten Spiel gab es dann neues von der Trainersuche. Ervin Materna hatte sich mit dem Vorstand auf einen 1-Jahresvertrag einigen können und sollte den nach der Saison scheidenden Jeff Pyle ablösen. Aber erst einmal wurde noch gespielt.

Spiel 3

Die müssen schon eine Top-Leistung abliefern, wenn sie heute nicht absteigen wollen. Wir sind bereit." hatte Jeff Pyle vor dem Spiel gesagt während REV-Manager Andreas Rosenberg sein Team in die Pflicht nahm: „Ich verlange, dass die Jungs wenn nötig auf den Brustwarzen vom Eis kriechen." Doch dem verbale Geplänkel vor dem Spiel folgte eine klare Angelegenheit auf dem Eis. Trotz der Unterstützung von 300 Fans und dem Siegeswillen („An der Einstellung hat's nicht gelegen." Jeff Pyle), hatte der AEC bereits zu Beginn der Partie Pech. Peter Hofmann hatte früh die Führung für den Gast auf dem Schläger, doch der REV nutzte seine ersten Chance im Powerplay. Während der AEC in der Folge seine Chancen versiebte, schlug der Gastgeber kurz vor der ersten Pause doppelt zu und gab dem Gast eine 0:3-Denksportaufgabe mit, auf den Weg in die Kabine. Als dann nach nur 12 Sekunden im zweiten Drittel, unter gütiger Mithilfe von Olsson, das 4:0 fiel, war jedem klar, dass dem AEC nur noch ein Wunder helfen würde. Ein Wunder, welches ausblieb, gegen Gastgeber die sich jetzt auf Konter verließen und damit Erfolg hatten. 5:0 nach 40 Minuten. Chyzowskis Anschlusstreffer zu Beginn des letzten Drittels wurde postwendend vom REV beantwortet, die auch in der Folge die Zügel in der Hand behielten und dem AEC nicht den Hauch einer ließen und mit einem 9:2 in die Sommerpause schickten.

So blieb dem AEC nach dem sportlichen Ausscheiden vor fremder Kulisse, nur noch einen ordentlichen Abschied für die heimischen Fans zu abzuliefern. In einem „Jux-Spiel“ vor rund 350 Fans trennten sich zwei aus Fans, Trainern, Spielern und Ehrenamtlichen zusammengewürfelten Teams, mit 4:4.

Sommerpause, und die sollte es mal wieder in sich haben.

 

Ergebnisse des AEC in den Playoffs zur 1. Liga Nord

(Vergrößern = Klick aufs Bild!)

Zeichenerklärung: SR=Schiedsrichter, ZS=Zuschauer, SM H.=Strafminuten Heimteam, SM A.=Strafminuten Auswärtsteam, Ges.=Summe der Strafen, T=Tore, A=Assists, P=Punkte - Hintergrundfarbe Rot=Sperre, Orange=Verletzt, Grün=Fehlte aus anderen Gründen, Grau=Noch oder nicht mehr im Kader

Quelle: Auswertung der Spieltelegramme aus der LZ von Jörg Krebs.

 

Die Scorerliste des Adendorfer EC aus der Pokalrunde, der 2. Liga Nord, der Relegation zur 1. Liga Nord und den Playoffs

    Pokal   2. Liga Nord   Qualifikation zu den Playoffs
    LZ- Telegr.   LZ- Telegr. Rodidb.de   LZ- Telegr. Rodidb.de
    S T V P   T V P S T V P SM   T V P S T V P SM
D Bielefeld, Michael 6 0 2 2   3 5 8 14 1 8 9 16                  
S Calce, Luigi 5 5 4 9   32 18 50 24 32 17 49 62   14 9 23 18 16 18 34 109
S Chyzowski, Ron                             8 12 20 18 5 6 11 46
D Däsler, Frank 6 0 0 0   0 1 1 23 0 2 2 55   0 2 2 23 0 2 2 406
D Feller, Daniel 5 0 1 1   0 2 2 24 0 2 2 18   1 1 2 23 1 2 3 24
S Friesen, Robert 5 3 3 6   7 9 16 15 7 10 17 10                  
D Hahn, Alf                 5 4 2 6 0         3 4 2 6 0
S Harder, Kevin 6 0 1 1   3 10 13 15 3 8 11 10                  
S Hartnett, Jamie 6 5 2 7   12 19 31 23 14 25 39 61   16 17 33 23 17 23 40 22
S Meier, Michel                 2 0 0 0 6                  
S Hofmann, Peter 6 3 1 4   5 8 13 24 5 8 13 38   10 8 18 22 11 12 23 43
D Kaminski, Bernhard 4 0 2 2   2 3 5 18 2 6 8 34   0 8 8 23 0 13 13 38
S Kinzel, Dieter 6 0 1 1   0 2 2 9 0 2 2 6                  
D Kratz, Michael 6 1 1 2   1 2 3 23 1 3 4 39   0 3 3 21 0 3 3 28
S Loschkin, Denis           7 8 15 10 7 8 15 2   4 0 4 2 4 0 4 0
S Mai, Michael 1 0 0 0                                    
D Mikesz, Lumir           2 3 5 6 2 3 5 8   4 3 7 22 4 5 9 8
S Möckl, Andreas 2 1 0 1   0 0 0             2 2 4 19 1 3 4 6
D Niere, Heiko 5 0 0 0   0 6 6 24 0 9 9 22   1 9 10 23 2 7 9 38
S O´Brien, David           11 10 21 10 11 9 20 34   10 12 22 20 10 12 22 36
S Tassone, Joseph           0 2 2 3 0 2 2 4   10 19 29 23 14 29 43 18
D Thom, Henry           0 1 1 3 0 1 1 2   2 2 4 22 3 8 11 47
S Tumbach, Troy 6 3 1 4   9 19 28 24 9 24 33 40   10 20 30 22 12 21 33 80
S Zielske, Marco 6 0 0 0   4 1 5 23 4 2 6 4   4 0 4 23 5 1 6 4
G Holler, Bernd 3               10 0 0 0 0   0 0 0 4 0 0 0 2
G Olsson, Crister 4               16 0 0 0 6   0 1 1 19 0 1 1 8
G Lukat, Jürgen                             0 0 0 1 0 0 0 2
  Summe   21 19 40   98 129 227   102 151 253 477   96 126 222   109 168 277 557

 

    Playoffs   Gesamt Gesamt Gesamt
    LZ- Telegr.   LZ- Telegr. Rodidb.de Abschluss LZ
    T V P   T V P S T V P SM S T V P SM
D Bielefeld, Michael         3 7 10 14 1 8 9 16 14 1 8 9 16
S Calce, Luigi 3 4 7   54 35 89 42 48 35 83 171 46 48 35 83 175
S Chyzowski, Ron 1 1 2   9 13 22 18 5 6 11 4 21 9 9 18 4
D Däsler, Frank 0 0 0   0 3 3 46 0 4 4 95 46 0 4 4 99
D Feller, Daniel 0 0 0   1 4 5 47 1 4 5 42 47 1 4 5 42
S Friesen, Robert         10 12 22 15 7 10 17 10 15 7 10 17 10
D Hahn, Alf         0 0 0 8 8 4 12 0 2 0 0 0 0
S Harder, Kevin         3 11 14 15 3 8 11 10 15 3 8 11 10
S Hartnett, Jamie 2 2 4   35 40 75 46 31 48 79 83 46 32 48 80 83
S Meier, Michel         0 0 0 2 0 0 0 6 2 0 0 0 6
S Hofmann, Peter 1 2 3   19 19 38 46 16 20 36 81 46 16 20 36 81
D Kaminski, Bernhard 0 0 0   2 13 15 41 2 19 21 72 46 16 20 36 72
S Kinzel, Dieter         0 3 3 9 0 2 2 6 9 0 2 2 8
D Kratz, Michael 0 0 0   2 6 8 44 1 6 7 67 46 1 5 6 65
S Loschkin, Denis         11 8 19 12 11 8 19 2 12 11 8 19 2
S Mai, Michael         0 0 0                    
D Mikesz, Lumir 0 0 0   6 6 12 28 6 8 14 16 28 6 8 14 14
S Möckl, Andreas 0 0 0   3 2 5 19 1 3 4 6 19 1 3 4 6
D Niere, Heiko 0 0 0   1 15 16 47 2 16 18 60 47 2 17 19 58
S O´Brien, David         21 22 43 30 21 21 42 70 30 21 21 42 70
S Tassone, Joseph 3 4 7   13 25 38 26 14 31 45 22 26 14 31 45 22
D Thom, Henry 0 0 0   2 3 5 25 3 9 12 49 25 3 9 12 49
S Tumbach, Troy 2 0 2   24 40 64 46 21 45 66 120 46 20 46 66 120
S Zielske, Marco 1 0 1   9 1 10 46 9 3 12 8 46 9 3 12 12
G Holler, Bernd 0 0 0   0 0 0 14 0 0 0 2 14 0 0 0 2
G Olsson, Crister 0 0 0   0 1 1 35 0 1 1 14 36 0 1 1 16
G Lukat, Jürgen 0 0 0   0 0 0 1 0 0 0 2          
  Summe 13 13 26   228 287 515   211 319 530 1034   221 320 541 1042

Zeichenerklärung: S=Spiele, T=Tore, A=Assists, P=Punkte, SM=Strafminuten

Anmerkungen: Weder Rodidb.de noch die LZ haben in ihrer Auflistung die Pokalrunde berücksichtigt. Rodidb.de glänzt mit einigen dicken Patzern was die Seite als zuverlässige Quelle aussschließt. Daher wird die von Jörg Krebs erarbeitete Einzelauswertung der LZ-Telegramme in die Bestenliste einfließen.

 

    2. Liga Nord   Rel. zur 1. Liga Nord   Playoffs   Saison 1996/97
Pos. Name S GTS MIN GT SO Si   S GTS MIN GT SO Si   S GTS MIN GT SO Si   S GTS MIN GT SO Si
G Bernd Holler 10 4,98 530 44 0 4   5 5,45 280 25 0 1   0 0,00 0 0 0 0   15 5,11 810 69 0 5
G Crister Olsson 16 4,75 909 72 0 5   19 4,09 1100 75 1 8   3 5,67 180 17 0 1   38 4,50 2189 164 1 14

Zeichenerklärung: S=Spiele, GTS= Gegentoreschnitt, MIN=Gespielte Minuten, GT=Gegentore, SO=Shutouts, Si=Siege

Quelle: Rodidb.de / Anmerkung: Für die Pokalrunde sind leider keine Statistiken mehr zu finden. Es war nicht nachzuvollziehen ob Jürgen Lukat ein Spiel für den AEC machte.

 

Torschnitt & Siegquoten/Strafenstatistik

                             
    Tore Diff. Spiele S U N P   Eigene Gegner Summe Spiele
Pokal Heim 8 24 -16 3 0 0 3 0   48 50 98 3
Auswärts 14 17 -3 3 1 0 2 2   105 70 175 3
Summe 22 41 -19 6 1 0 5 2   153 120 273 6
Schnitt 3,67 6,83   Quote 16,7% 0,0% 83,2%     25,50 20,00 45,50  
2. Liga Nord Heim 64 56 8 12 8 1 3 17   208 248 456 12
Auswärts 34 60 -26 12 2 4 6 8   266 190 456 12
Summe 98 116 -18 24 10 5 9 25   474 438 912 24
Schnitt 4,08 4,83   Quote 41,7% 20,8% 37,5%     19,75 18,25 38,50  
Rel. 1. Liga Heim 51 56 -5 10 6 2 2 14   202 168 370 10
Auswärts 60 61 -1 10 2 2 6 6   325 239 564 10
Summe 111 117 -6 20 8 4 8 20   527 407 934 20
Schnitt 5,55 5,85   Quote 40,0% 20,0% 40,0%     26,35 20,35 34,32  
Playoffs Heim 6 3 3 1 1   0     12 16 28 1
Auswärts 7 15 -8 2 0   2     18 20 38 2
Summe 13 18 -5 3 1   2     30 36 66 3
Schnitt 4,33 6,00   Quote 33,3% 0,0% 66,7%     10,00 12,00 34,32  
  Summe 244 292 -48 53 20 9 25 47   1184 1001 2185 53
  Schnitt 4,60 5,51   Quote 37,7% 17,0% 47,2%     22,34 18,89 36,20  

 

Zuschauerstatistik der Saison 1996/97 im Vergleich zur Vorsaison

  Pokal 2. Liga Nord Rel. Zur 1. Liga Nord Playoffs zur 1. Liga Nord Saison 1996/97
  Heimspiele Als Gast Heimspiele Als Gast Heimspiele Als Gast Heimspiele Als Gast Heimspiele Als Gast
Summe 3106 3300 18830 9656 15880 8812 2150 3100 39966 24868
Spiele 3 3 12 12 10 10 1 2 26 27
Schnitt 1035,3 1100,0 1569,2 804,7 1588,0 881,2 2150,0 1550,0 1537,2 921,0
Summe 3850 2500 24750 11390 19350 9050     47950 22940
Spiele 3 3 14 13 11 11     28 27
Schnitt 1283,3 833,3 1767,9 876,2 1759,1 822,7     1712,5 849,6
Diff abs -248,0 +266,7 -198,7 -71,5 -171,1 +58,5     -175,3 +71,4
Diff % -19,3% 32,0% -11,2% -8,2% -9,7% 7,1%     -10,2% 8,4%

 

 

Das Saisonfazit

Wir blicken auf eine sehr durchwachsene Saison zurück. Nach dem das Saisonziel „Meister“ zu Beginn der Vorrunde ausgegeben wurde musste man sich schnell eingestehen, dass man die Verhältnisse der Liga falsch eingeschätzt hatte. Durch das Bosman-Urteil hatte sich der Spielermarkt gewandelt, viele EU-Ausländer drängten auf den Markt und die erfolgreiche Besetzung der beiden „harten“ Ausländerpositionen machte nicht selten einen Unterschied zwischen oberer oder unterer Tabellenhälfte. So hatten die Ligakonkurrenten in dieser Hinsicht nicht geschlafen und so entwickelte sich in der 2. Liga Nord ein breites Mittelfeld welches lange Zeit nur durch geringe Punktabstände auszeichnete.

Bei den Neuverpflichtungen des AEC gab es reichlich Licht und Schatten. Luigi Calce erwies sich als einziger wirklicher Glücksgriff, der voll einschlug. Als solider Scorer stellte sich zudem Peter Hofmann heraus, während Kevin Harder den Leistungen seiner Auftritte im TSV-Dress hinterherlief, die mit seinem verschleppten Leistenbruch erklärbar sind. Robert Friesen blieb ebenso hinter den Ansprüchen zurück, die man an einen „harten“ Ausländer stellte. Als sich die Gelegenheit ergab tauschte man ihn gegen die bekannte Größe Denis Loschkin aus. Pech hatte Andreas Möckl, der mit einer schweren Verletzung die gesamte Vorrunde verpasste. In der Deckung kamen mit Michael Kratz und Bernhard Kaminski nur zwei Defensivverteidiger neu dazu, die ihren Aufgabenbereich naturgemäß vor dem eigenen Tor sahen, als im gegnerischen Drittel. Ein Problem das sich durch die gesamte Saison ziehen sollte, hatte man mit Michael Bielefeld doch nur einen nominellen Offensivverteidiger im Kader, der seiner Form hinterherlief. Auch mit der Verpflichtung von Henry Thom für Bielefeld änderte sich nicht viel, so dass letztlich Lumir Mikesz (Bild rechts, gegen Wilhelmshavens Jacek Piechutta), der ebenfalls erst Anfang Dezember geholt wurde, offensiv der erfolgreichste Verteidiger war (der ein oder andere wird darüber schmunzeln). Letztendlich kam der AEC in 53 Saisonspielen auf 228 Tore, wovon lediglich 16 von Verteidigern erzielt wurden (Quote 7 %). Von der blauen Linie kam somit zu wenig Unterstützung für ein Spitzenteam, was man eigentlich sein wollte.

Dave O´Brien kam zeitgleich mit Denis Loschkin ins Team und scorte bis zu seinem selbst verschuldeten Rauswurf vor den Playoffs gute 1,43 Punkte je Spiel – wenn die juristischen Probleme nicht gewesen wären, hätte er gegen Bremerhaven sicher weiterhelfen können. Loschkin scorte rund 1,58 je Spiel, was natürlich weit weg von der Leistung der Vorsaison lag, aber immer noch mehr war als der ihn Ersetzende Ron Chyzowski (1,22). Wie die Gehälter der beiden allerdings aussahen steht dann auf einem anderen Blatt Papier. Ein anderer hätte vielleicht der Königstransfer werden können: Joe Tassone. Der Italo-Kanadier kam immer besser in Form und war dann einer der Gründe warum der REV Bremerhaven zu Spiel 3 ran musste.

Im Tor zeigte Crister Olsson (Bild links) seine Qualitäten, mit denen er auch das ein oder andere Spiel für sein Team entscheiden konnte. Allerdings, besonders in der Vorrunde, unterliefen ihm einige vermeidbare Fehler, welche ihm einigen Kredit seitens des Trainers kosteten. Spätestens aber zu den Playoffs lief der schwedische Keeper zur Hochform auf und hätte den AEC fast eine Runde weiter gebracht.

Von den Spielern die bereits in der Vorsaison im Kader gestanden hatten, beendeten nur 6 die Saison für den AEC. Bernd Holler stand als Backup gewohnt seinen Mann im Kasten und auch Frank Däsler, Heiko Niere und Marco Zielske kamen ihren Aufgaben völlig unauffällig nach. Jamie Hartnett hingegen stand zum Jahreswechsel in der Kritik, zeigte aber zur rechten Zeit die richtige Reaktion, laut Jeff Pyle. An die Punkteausbeute des Vorjahres (132) ließ sich aber auch aufgrund der neuen Verhältnisse in der Liga nicht anknüpfen. Ähnlich wie auch bei Troy Tumbach der seine 1,8 Punkte im Schnitt, aus dem Vorjahr, nicht wiederholen konnte, dafür aber mannschaftsdienlich wie eh und je arbeitete.

Die Frage ob sich die Verantwortlichen mit ihren Sommereinkäufen verkalkuliert hatten, darf man getrost mit ja beantworten. Hartmut Bremer, seines Zeichens Verhandlungsführer für den AEC in Personalfragen, gab dies auch unumwunden zu. Ganz sicher kann man davon ausgehen, dass die ständigen Veränderungen im Kader ihre Spuren hinterließen. Insgesamt 23 Spieler gaben sich beim AEC die Klinke in die Hand, wobei Coach Jeff Pyle allerhöchstens 3 Reihen plus Keeper zur Verfügung stehen hatte. Inwieweit man dem Trainer für die Personalplanung kritisieren muss/kann, bleibt dabei im Dunkeln.

Der Kampf um die goldene Ananas in der Vorrunde, gepaart mit den wechselhaften Leistungen der Mannschaft macht sich auch finanziell deutlich bemerkbar. Auf die gesamte Saison sank der Zuschauerschnitt um rund 10 %, die Gesamtzahl um fast 8000 Zuschauer (rund 16,5 %). Lediglich gegen Braunlage, in der Vorrunde, konnte man „ausverkauftes Haus“ melden. Der Modus wird auch seinen Anteil gehabt haben: 4 Heimspiele alleine nur gegen Berlin locken dann irgendwann auch die härtesten Zuschauer nicht mehr hinterm warmen Ofen hervor. Schlussendlich kann man damit bereits abschätzen, dass dem AEC im Etat ein sechsstelliger Betrag fehlte. Wirtschaftlich keine guten Nachrichten.

Sportlich war der AEC in der Saison 96/97 noch weiter von einem Aufstieg in die 1. Liga Nord entfernt, als in der Spielzeit zuvor. So passte auch letztendlich der Verlauf der Playoffs perfekt zum unkonstanten Saisonverlauf: Zum Start ein gutes Auswärtsspiel, ohne das nötige Glück. Es folgte ein hart erkämpfter Heimsieg, der (mal wieder) von einem desaströsen Auftritt in der Fremde abgerundet wurde. Wenn man bei 27 Versuchen nur 5 Auswärtssiege zu Stande bekommt, darf man sich am Schluss wohl nicht über das frühe Saisonende beschweren.

Doch wenn im deutschen Eishockey auf etwas Verlass ist, dann ist dass das Sommertheater. Auch im Sommer 1997 sollte diese liebgewonnene Tradition ein weiterer Akt hinzugefügt werden.

 

 

Saisonrekorde

Team: Spieler:
Höchster Heimsieg gg den Königsborner EC am 21.02.97 mit 16:5 Bester Scorer: Luigi Calce (93)
Höchster Auswärtssieg gg ASV Hamm am 20.10.96 mit 5:9 Bester Torschütze: Luigi Calce (53)
Höchste Heimniederlage gg den EC Wilhelmshaven am 8.9.96 mit 1:8 Bester Vorlagengeber: Jamie Hartnett (44)
Höchste Auswärtsniederlage gg die Schalker Haie am 13.10.96 und gg den REV Bad Guy: Luigi Calce (175 Strafminuten)
Bremerhaven am 25.3.97 mit 9:2  
Höchstes Drittelergebnis: 8:0 gg Königsborn beim 16:5 Meiste Spiele: Frank Däsler, Daniel Feller, Peter Hofmann, Heiko Niere, Marco Zielske, 
Längste Siegesserie Heim & Auswärts: 2 Spiele Jamie Hartnett und Troy Tumbach (je 52)
Längste Siegesserie Heim: 3 Spiele  
Längste Siegesserie Auswärts: 1 Spiel, keine Serie  
Längste Serie Ungeschlagen Heim & Auswärts: 5 Spiele  
Längste Serie Ungeschlagen Heim: 5 Spiele  
Längste Serie Ungeschlagen Auswärts: 5 Spiele  
Längste Niederlagenserie Heim & Auswärts: 5 Spiele  
Längste Niederlagenserie Heim: 3 Spiele  
Längste Niederlagenserie Auswärts: 4 Spiele  
   

Milestones

300 Punkte 200 Punkte 100 Punkte 200 Tore 100 Tore 50 Tore 100 Vorlagen 50 Vorlagen
Denis Loschkin Jamie Hartnett Troy Tumbach Denis Loschkin - Luigi Calce Jamie Hartnett Troy Tumbach
               
               
100 Spiele 300 Strafminuten

200 Strafminuten

150 Strafminuten        
Denis Loschkin Frank Däsler Troy Tumbach Luigi Calce        
Jamie Hartnett   Jamie Hartnett          
Marco Zielske              
Frank Däsler              
   

 

Logo ab 1996/97 Logo 1994-96

 

Das Logo

Zur neuen Saison gab es eine nicht unwichtige Änderung beim AEC. Das offizielle Vereinslogo wurde komplett überarbeitet und so erschien zum ersten Mal ein angedeuteter Widderkopf in der Logomitte. Vom offiziellen Sprachgebrauch der Heidschnucken war man allerdings in der Presse noch weit entfernt. Erst im Jahre 2000 wird die LZ erstmals von der 1. Mannschaft als "Heidschnucken" berichten. Frank Gräfe, seines Zeichens Eishockeyfan, hatte es 1994 schon besser gewusst und den Namen "Heidschnucken" als neuen Kampfnamen vorgeschlagen. Der Club entschied sich für die "Bulldogs" - was aus den geworden ist, weiß keiner.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Trikot der Saison 1996/97

 

 

 

Quellen:

Texte &Tabellen: Onlinearchiv der Landeszeitung, Rodidb.de, Wikipedia.de.

Erfassung der Einzelauswertung jedes Spiels: Jörg Krebs (RIESENGROSSES DANKE, JÖRG!!!)

Bilder: Onlinearchiv der Landeszeitung (mit freundlicher Genehmigung)

 

Anmerkungen des Verfassers:

Wenn man die Statistikdaten der Spieler näher betrachtet wird man feststellen, dass man bei den genutzen Quellen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Für die gesamte Saison 96/97 hatte die LZ nach dem letzten Spiel eine Scorerliste veröffentlicht, die aber weder in der Spielanzahl noch bei den Scorern 1:1 mit den Spieltelegrammen übereinstimmt. Die Pokalrunde wurde von Rodidb.de und der LZ überhaupt nicht beachtet, Michael Mai nicht erwähnt. Somit muss man sich leider, wie in den vorherigen Spielzeiten, damit abfinden, dass die Genauigkeit der Scorerlisten eingeschränkt ist.

Die Schreibweise unserer ausländischen Spieler im Text weicht von den landestypischen ab, bzw. es sind Unterschiede auf den üblichen Statistikseiten zu finden. So wird Denis Loschkin auch unter Lozhkin zu finden sein.

Text, Bilder und Grafiken sind, sofern nicht anderweitig gekennzeichnet, natürlich Eigentum des Verfassers. Wenn jemand das dringende Bedürfnis hat, Inhalte oder Bilder dieser Seite zu kopieren möge er bitte die Erlaubnis dafür einholen. Danke!

 
 
 

 

 

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