Aber wir wollen nicht mehr jammern, wir blicken nach vorne. War es letztes Jahr noch unsere defekte Eishalle, die eine Saison nicht möglich machte, so müssen wir uns in diesem Jahr einem Virus unterwerfen.


Ein Umstand, den im Frühjahr noch keiner so erwartet hatte. Als das Thema Corona mit dem ersten Lockdown im März in aller Munde war, gingen wir noch davon aus, dass im Herbst alles vorbei sei und planten neben der bestehenden Planinsolvenz einen Restart mit einer normalen Saison. Die Vorzeichen sahen auch gut aus. Eine Regionalliga mit endlich mal acht Mannschaften und einem sehr guten Modus machten die Vorfreude groß. Hinzu kam, dass wir mit der Cartoflex GmbH einen neuen und dazu sehr starken Hauptsponsor gewinnen konnten. Früh waren wir mit der Kaderplanung fertig (hatten ja genug Zeit dafür) und unsere Planinsolvenz war pünktlich vor dem Saisonstart beendet. Es lief also alles mehr als nach Plan und wir konnten den Saisonstart im Oktober kaum erwarten. „Beim ersten Spiel wird die Halle aus allen Nähten platzen“, war ich mir noch Anfang September sicher. Immerhin hatten wir ein Jahr Pause und die Leute waren heiß auf Eishockey. Doch dann fing langsam die zweite Welle an und die Beschränkungen nahmen wieder zu. Immerhin durften wir dann doch starten und beim ersten Testspiel gegen Rostock 300 Zuschauer in die Halle lassen. Aber Hand aufs Herz, hattet ihr Spaß? Ich bin ehrlich: ich hatte ihn nicht. Strenge Auflagen, viel Arbeit durch Hygienekonzepte und die Sorge, ob in der nächsten Woche noch gespielt werden kann machten unsere Testspielphase im Oktober für mich mehr zu einer Qual. Das größte Problem war aber das, was Eishockey insbesondere den Adendorfer EC ausmacht: die Stimmung der Fans. Gerade bei uns im “heißesten Kühlhaus des Nordens“ lebt unser Sport von der Stimmung. Fans, die singen, trommeln und ihr Team lautstark anfeuern. Wir haben mit Sicherheit die besten Fans der Liga, aber wenn diese mit reduzierter Anzahl und mindestens 1,5 Meter Abstand auf der Tribüne sitzen müssen, geht was ganz Wichtiges verloren. Auch mit diesen Voraussetzungen haben die anwesenden Zuschauer alles gegeben, es ist aber nicht dasselbe.


Ob ich mich zum November hin gefreut habe oder traurig war, dass wir den Spielbetrieb einstellen mussten kann ich nicht richtig beantworten, ich denke eine Mischung von beidem machte meine Stimmung zu diesem Zeitpunkt aus.
Besonders schwer waren in dieser Zeit die menschlichen Schicksale, die wir hatten. Vladimír, Brandon und Josh waren gerade erst angekommen, Michael, Allan und Cole erst vier Wochen zuvor. Stellt euch vor ihr seid 7000km weit weg von zu Hause und könnt nur in einem Zimmer hocken….!

Aber der AEC hat in seiner Geschichte schon viele Krisen überstanden und auch diesmal werden wir es schaffen, diesen fiesen kleinen Gegner zu besiegen. Auch wenn für uns inzwischen feststeht, dass es keine (Rest-)Saison 2020/21 mehr geben wird und bereits alles abgewickelt haben, blicken wir positiv in die Zukunft und so sind wir uns sicher im Herbst 2021 wieder durchstarten zu können. Auch wenn ein Gelingen dieser Mission nicht allein in unseren Händen liegt, so werden wir beim AEC alles was in unserer Macht steht dafür tun.

Anstatt nun zu trauern, sollten wir die Weihnachtszeit und den bevorstehenden Jahreswechsel nutzen, um positiv nach vorne zu schauen. Ich persönlich setze mir immer Ziele, auf die ich mich freue und für die es sich lohnt hinzuarbeiten. Für mich ist es unter anderem die Zahl des Jahres 2021: die 750 000. Soviel Euro hat die Gemeinde Adendorf in den Haushalt 2021 eingestellt, um unser Walter-Maack-Eisstadion wieder in ein Schmuckkästchen zu verwandeln. Ein neues Bandensystem und eine komplett neue Glasumrandung der Fläche, sind nur zwei Punkte der Renovierung im anstehenden Frühjahr und Sommer.

Mit diesen schönen Gedanken fangen wir nun schon an die Saison 2021/22 unter hoffentlich normalen Bedingungen zu planen und so können wir uns auch freuen unter großer Wahrscheinlichkeit viele Spieler aus dem diesjährig geplanten Kader wiedersehen zu können. Wie sagte Cole Sonstebo bei seiner Abreise so schön: „alle guten Dinge sind drei und irgendwann muss es doch mal klappen eine Saison in Adendorf zu spielen“.

 

Und so haben wir die Vorfreude auf eine neue und hoffentlich normale Saison in uns. Ich persönlich freue mich euch alle wiederzusehen. Mit euch Siege zu feiern und über Niederlagen zu trauern. Adendorfer Eishockeyfans sind positiv verrückt und gerade das zeichnet euch aus.

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal danke sagen. Danke an alle die alles ermöglichen und ohne die eine gute Arbeit der Betriebsgesellschaft nicht möglich wäre. Danke an allen ehrenamtlichen Helfern wie Ordner, das Off-Ice-Personal, die Stadionregie und Mannschaftsbetreuer. Danke an alle Sponsoren, Werbepartnern, Unterstützern und Geschäftspartnern für eine stets faire und freundschaftliche Zusammenarbeit. Gerade hier einen großen Dank an “Kalle“ und Matthias Hebrok, den Geschäftsführern der Cartoflex GmbH, für die großartige Unterstützung und Gesprächen in der jetzigen schwierigen Zeit und dafür, dass ihr so an unserer Seite steht. Danke auch an die Gemeinde Adendorf mit den dazu gehörigen Eismeistern des Walter-Maack-Eisstadion für die tolle und nicht selbstverständlichen Unterstützungen in allen Belangen unserer Zusammenarbeit.
Vor allem aber ein ganz großes Dankeschön an die Personen, die meist im Hintergrund arbeiten, aber ohne deren Hilfe und vor allem Rat ich das alles nicht schaffen würde: danke Maik, Björnsen, Christian, Reiner und Silke!!!

Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins hoffentlich bessere Jahr 2021 mit euren engsten Liebsten, bleibt gesund und denkt bitte an das Social Distancing, damit wir im kommenden Herbst uns alle auf die berühmten vier Worte von DJ Snoopy freuen können: …UND HIER KOMMT ADENDORF!

 

Liebe Grüße
Finn Sonntag
Geschäftsführer der Adendorfer EC Eishockey-Betriebs UG