Auftakt nach Maß für die Heidschnucken

Welch großartiger Einstand für den AEC in die Saison 2015/16. Vor 771 Zuschauern im Walter-Maack-Eisstadion schlugen die Heidschnucken Oberligist Crocodiles Hamburg verdient mit 3:2 (2:0,1:2,0:0). Für die kommenden Aufgaben scheint man somit gerüstet.

Wenn eine Partie in Adendorf mit 15 Minuten Verspätung anfängt, dann weil die Schlange vor der Halle, auch kurz vor dem ersten Bully, sehr lang ist. So auch an diesem Abend. Unter lautstarker Mithilfe des Fanfarenzugs Faßberg gelang der Einlauf der Gastgeber aber auch mit ein wenig Verspätung. Auch das erste Bully der Saison, unter majestätischer Mithilfe von Adendorfs Eiskönigin Alina Meyer und ihrer Prinzessin Berenike Hammer, stellte in der Folge kein Problem da. Es konnte also endlich losgehen – auf zum Spiel!

Hamburg, nur mit 11 Feldspielern angetreten, aber seit fünf Wochen im Ligabetrieb, gehörten die ersten Szenen des Spiels. Doch mit jeder Spielminute mehr auf der defekten Anzeigetafel, kam der AEC besser in die Partie. Zudem hatte Coach Dieter Kinzel etwas seltenes in den letzten Jahren: 4 Reihen zur Verfügung. Ein Umstand der sich im weiteren Spielverlauf noch auszahlen sollte.
Nach 10 Minuten kam der AEC dann zu seiner ersten echten Torchance, die Gästekeeper Spencer Eckhardt noch vereiteln konnte. Doch nur wenig später war er machtlos, als die Heidschnucken ihr erstes Powerplay spielen durften. Lucas Engel konnte einen Abpraller aus Kurzdistanz zur Führung nutzen. Der AEC hatte die Partie nun besser im Griff, während die Gäste jetzt immer öfter Abstimmungsprobleme in der Defensive offenbarten, welche aber zunächst unbestraft blieben. In der 20. Minute passierte es aber doch: Die Crocos bekamen zunächst die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und gaben Patrick Folkert dann zu viel Raum, welcher diesen zu nutzen wusste. Sein trockener Schuss aus zentraler Position rutschte Eckhardt über den Schoner zum umjubelten 2:0. Pausentee.

Schiedsrichter Brodnicki pfiff ab dem zweiten Spielabschnitt eine etwas kleinlichere Linie, was in der Folge meist zu Ungunsten des AEC ausfiel. Marcus Krützfeldt hatte die zweifelhafte Ehre die erste Strafzeit der Saison für die Heidschnucken zu kassieren. Trotz dieser Unterzahl war es zunächst der Gastgeber, der aufs Gaspedal drückte und dem um ein Haar sogar das 3:0 gelungen wäre. Doch die Crocodiles schlugen fast aus dem Nichts zu, konterten die zu weit aufgerückten Gastgeber aus. Jonathan Zorn nutze einen Pass von Topscorer Varianov zum Anschlusstreffer. Philip Hein im AEC-Kasten war ohne Chance. Der AEC ließ sich aber überhaupt nicht beeindrucken, sondern kombinierte sich nur vierzig Sekunden später wieder vor das gegnerische Tor. Dennis Szygula war es dann, der auf Vorlage von Kapitän Vadim Kulabuchov und AEC-Urgestein Denny Böttger, abgezockt den alten Abstand wiederherstellte. Der Gastgeber hatte in der Folge das Geschehen nun besser im Griff, konnte auch die nächste Unterzahl fast problemlos überstehen. Zur Hälfte der Begegnung übernahm Stefan Blanck, für Philip Hein, den Job zwischen die Pfosten der Heidschnucken und hatte gleich reichlich zu tun, war der AEC doch schon wieder in Unterzahl. Hier gelang es dem Hamburger Anton Zimmer Blanck am kurzen Pfosten zu überlisten und das 2:3 für die Gäste zu erzielen. In der Folge blieb das Team von Dieter Kinzel nun aber der Kühlbox fern und konnte sich wieder ein optisches Übergewicht herausspielen, welche aber zu keinem weiteren Tor führte.

Hamburg kam aus der zweiten Pause mit reichlich Dampf. Patrick Folkert saß zu diesem Zeitpunkt in der Kühlbox und nur 10 Sekunden nach Ablauf der ersten Strafe auch schon wieder. Allerdings schafften es die Gäste nicht Profit aus der "doppelten" Überzahl zu ziehen und so gingen den zwei Angriffsreihen nach und nach die Puste aus, während Dieter Kinzel konsequent mit vier Reihen dagegenhielt und so meist frischere Spieler auf dem Eis hatte. So schaffte es der AEC die Schlussoffensive der "Handtaschen“ verpuffen zu lassen und den verdienten Sieg in trockene Tücher zu bringen.

Am kommenden Sonntag beginnt dann für den AEC der Ernst des Ligaalltags, beim Gastspiel in Langenhagen gegen die United North Stars.

Christian Schult für www.adendorfer-ec.com



Adendorfer EC – Crocodiles Hamburg 3:2 (2:0,1:2,0:0)

Tore: 1:0 (11:30) Engel (Kuszka, Radermacher, 5-4PP), 2:0 (19:39) Folkert (Garbe, Krützfeldt), 2:1 (23:52) Zorn (Varianov, 5-4PP), 3:1 (24:30) Szygula (Kulabuchov, Böttger), 3:2 (32:54) Zimmer (Varianov, 5-4PP)

Für den AEC auf dem Eis: Hein, Blanck (ab der 30. Minute) – Alexander, Schmidt, Raabe, Krützfeldt, Radermacher, Daum, Zawadzki, Schneider – Kiviranta, Behrens, Folkert, Böttger, Engel, Laudan, Garbe, Dubbe, Kuszka, Piechutta, Kulabuchov, Szygula.

Zuschauer: 771

Schiedsrichter: Brodnicki (Wegner, Weise)

Strafen: 14 - 4

Powerplay: 1/1 – 2/6

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