Wenn man seine Chancen nicht nutzt, ...

... macht es der Gegner. Nun hat es den AEC auch erwischt. Der Meister aus Bremen revanchierte sich für die Niederlage vor zwei Wochen und siegte verdient, wenn auch zu hoch, mit 4:8 im "heißesten Kühlhaus des Nordens". 

Die Vorzeichen waren bereits vor dem Spiel nicht optimal. Mit Dennis Szygula und Markus Krützfeldt fielen zwei wichtige Leistungsträger mit Grippe aus, dazu fehlte Goalie Stefan Blanck verletzt, so dass Andreas Bierzahn als Backup für Philip Hein, auf der Bank Platz nahm. AEC-Keeper Hein, unter der Woche erkältet, hatte gegen Bremerhaven eine starke Partie gemacht und sich seinen Shutout redlich verdient. Doch seine Vorderleute waren in den ersten Minuten des Spiels gedanklich noch in der Kabine und so durfte Igor Schön nach knapp 140 Sekunden zum ersten mal für die Gäste jubeln. Fast wäre nur eine Minute später das 0:2 gefallen, aber noch hatten die Hausherren das Glück auf ihrer Seite. Nur wenig später aber die nächste Hiobsbotschaft für den AEC. Torjäger Pawel Kuszka verletzte sich, droht länger auszufallen, was unweigerlich zu weiteren Umstellungen in den Angriffsreihen führte. Umstellungen die dem AEC auf dem Eis nicht gut bekamen, während Bremen einen gefährlichen Konter nach dem anderen fuhr. Das 0:2 fiel dann allerdings bei doppelter Unterzahl des AEC, wobei Schrii Falten zumindest bei der zweiten Strafe die Exklusivrechte hatte. Fast aus dem Nichts war dann aber der AEC wieder da. Routinier Denny Böttger erkämpfte sich erst den Puck um dann seinen neuen Sturmpartner Felix Dubbe zu bedienen, der einen starken Maksim Jar im Bremer Kasten überwand. Der Ausgleich lag in der Luft aber es ging mit 1:2 in die Pause.

Igor Schön hatte definitiv einen Sahnetag erwischt. Die AEC-Defenisive bekam den quirligen Stürmer zu keiner Zeit in den Griff und als er in der 24. Minute auf dem rechten Flügel davonzug, konnte man das Unheil aus Adendorfer Sicht schon kommen sehen. Der Puck schlug im langen Eck ein – 1:3. Doch der AEC kam schnell zurück. Julian Laudan parkte vor Maksim Jar ein und nahm im jegliche Sicht, während Jörn Schmidt´s Schuss von der Blauen im Winkel einschlug. Es begannen die (vor)entscheidenen Minuten des Spiels. Bremen zeigte hierbei ein Paradebeispiel für Effektivität, während der AEC trotz bester Chancen nicht einnetzen konnte. Nach Priems 2:4 hatte Matthias Hofmann in Unterzahl die große Chance auf das 3:4, doch im Gegenzug fiel das 2:5. Der angeschlagene Philip Hein räumte für den kalten Andreas Bierzahn den Kasten. Dieser kam zu seinen ersten Spielminuten der Saison und wurde sogleich auch kalt erwischt. Einen Schuss von Gluchich ließ er ungünstig nach vorne prallen, was und der Bremer Stürmer zum 2:6 nutze. Der AEC war nun gänzlich verunsichert, erspielte sich zwar weiter Chancen, aber richtigen Druck konnte man auf das Tor von Maksim Jar nicht mehr aufbauen. Symptomatisch das 5 Sekunden vor Drittelende Bremen das 2:7 gelang. Die Partie war damit eigentlich durch.

Die Stars beschränkte sich im Schlussdrittel auf das Verwalten des Vorsprungs, auch weil der Akku der Gäste merklich leerer wurde. Mit Folgen: Schrotty Schneider machte dem AEC-Anhang in der 42. Minute neue Hoffnung. Sein Schlagschuss von der Blauen Linie hatte reichlich Frust im Gepäck, die sich am Innenpfosten entlud. Nur wenig später wurde Matthias Hofmann von der Beinen geholt, doch mit dem fälligen Penalty scheiterte er an Jar. Es begann nun die Zeit, in der sich Schiri Falten mehr und mehr den Unmut der AEC-Fans auf sich zog. Der Unparteiische hatte schon zuvor nicht immer das glücklichste Händchen bewiesen, übersah diverse klare Fouls (auf beiden Seiten) und eine obszöne Geste von Alex Jurcik in Richtung AEC-Fanblock. Doch obwohl der Gastgeber in Unterzahl agierte, machte er das Spiel, auch weil Bremen konditionell Probleme bekam. Denny Böttger nutzte so ein unnachahmliches Solo zum 4:7. 10 Minuten noch auf der neuen LED-Wand und der AEC griff weiter an. Doch Jar hatte nun das Glück des Tüchtigen. Bremens Goalie konnte alle weiteren Schüsse auf sein Tor entschärfen, obwohl der AEC noch 3 Minuten vor der Schlussirene Bierzahn für einen weiteren Angreifer vom Eis holte. So war es dann am besten Mann auf dem Eis, Igor Schön, den dritten Versuch das leere Tor zu treffen, erfolgreich zu gestalten. Die erste Saisonniederlage für die Heidschnucken war perfekt.

Für den AEC geht es dann am Sonntag zu den Salzgitter Icefighters, eine Aufgabe die nach diesem Spiel nicht leichter wird.

Christian Schult für www.adendorfer-ec.com


 

Adendorfer EC – Weserstars Bremen 4:8 (1:2, 1:5, 2:1)

Tore:

(02:23) 0:1 Schön (Jurcik)

(14:04) 0:2 Schön (Gluchich, 5-3PP)

(15:08) 1:2 Dubbe (Böttger, Alexander)

(23:47) 1:3 Schön (Gluchich, Sievert)

(26:42) 2:3 Schmidt (Hofmann)

(28:41) 2:4 Priem (Wellmann)

(31:40) 2:5 Jurcik (Josch, 5-4PP)

(33:47) 2:6 Gluchich (Schön)

(39:55) 2:7 Gluchich (Priem, Schön, 5-4PP)

(41:51) 3:7 Schneider (Kiviranta)

(49:24) 4:7 Böttger (Bierzahn, 4-5SH)

(58:45) 4:8 Schön (EN)

Für den AEC auf dem Eis:  Hein, ab der 32. Minute Bierzahn – Alexander, Lorenz, Folkert, Radermacher, Schmidt, Schneider, Zawadzki – Kiviranta, Behrens, Böttger, Engel, Laudan, Garbe, Dubbe, Buckup, Hofmann, Raabe, Kuszka, Kulabuchov, Hofmann.

Zuschauer: 751

Schiedsrichter: Falten (Laudan, Rieckhoff)

Strafen: AEC 24 Min. + 10 Min-Disziplinarstrafe wegen Reklamierens für Benjamin Garbe - WSB 10 Min.

PP: AEC 0/1 - WSB 3/8

Zum Seitenanfang