Das Desaster von Stellingen

Was für eine Klatsche! Im Nebel von St. Ellingen holte sich der AEC nach einer teilweise desaströsen Vorstellung ein verdientes 2:10 ab. Der HSV zeigte hingegen, dass man im Meisterschaftsrennen definitiv mit ihm rechnen muss.

Ok, die Verletztenliste des AEC ist derzeit lang, doch entschuldigt es nicht, was der zahlreich erschienene Adendorfer Anhang sich am Freitagabend ansehen musste. Aber der Reihe nach.

Nach 39 Sekunden fällt das 1:0 für die Gastgeber, weil Höffgen gefühlte drei Sekunden nachstochern darf. Schon hier fiel das körperlose Spiel der Heidschnucken auf, das dem Rautenträger viel zu lange die Möglichkeit gab, die Scheibe ins Tor zu arbeiten. Im Eishockey kann bekanntlich viel passieren und auch sehr schnell. Daher machte man sich auf der Tribüne zunächst wenig Sorgen, denn Zeit war ja noch reichlich vorhanden. Doch schnell war klar, dass hier und heute nur eine Mannschaft gewillt war Eishockey zu spielen und die kam nicht aus Adendorf. Wie schon gegen Salzgitter hatte die Offensive arge Probleme, bereits im Spielaufbau. So war es eher glücklich, als Denny Böttger, unter freundlicher Mithilfe von HSV-Goalie Felix Lindenbeck, der Ausgleich gelang. Doch der AEC machte auch in der Defensive keine gute Figur: Drei Minuten nach dem 1:1 darf Höffgen einen langen Pass erlaufen, der bei etwas schnellerer Reaktion seitens der Defense auch zu einem Icing gegen Hamburg hätte werden können. Der Pass in den Slot vors Tor zum mutterseelenallein stehenden Heitmann überrumpelt auch Goalie Andreas Bierzahn, der nicht einmal reagiert. Zwei Minuten später war dann auch Bierzahn machtlos, weil seine Vorderleute mal wieder Jannik Höffgen nicht in den Griff bekamen und dieser zum verdienten 3:1 einschoss. Doch Hoffnung keimte auf, als wenig später das erste Powerplay für den AEC zum Erfolg führte, als Benjamin Garbe aus Kurzdistanz einnetzen durfte. Mit diesem ersten Pausenergebnis konnte man aus Gästesicht hochzufrieden sein, ließ es doch reichlich Spielraum um das Spiel noch zu drehen.

Zum zweiten Drittel wäre man am besten gar nicht aus der Kabine gekommen. Die Katastrophe aber nahm nun Ihren Lauf. Zwischen der 22. und 30. Spielminute kassierte der AEC die Tore 4 bis 8. Hamburg war gedanklich immer einen Schritt voraus, gewann gefühlt jeden Zweikampf an der Bande und konnte vor Goalie Bierzahn, und später Hein, schalten und walten wie es wollte. Dem AEC unterliefen zudem katastrophale Fehlpässe, was den jetzt wie aufgedreht spielenden Gastgebern noch mehr Aufrieb gab. Nach dem 9:2 in der 36. Minute schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann es zweistellig werden würde, doch Philip Hein verhinderte das sichere 10te Gegentor mit einem Klassesave. Die Heidschnucken retteten sich nach diesem 0:6-Drittel in die zweite Pause. Frustbier auf der Tribüne.

Der letzte Abschnitt hatte dann ein wenig den Charakter eines Testspiels. Der HSV wollte Kräfte schonen für das nächste Spiel gegen Bremen und schaltete zwei Gänge zurück. Es langte trotzdem um die Gäste in einige Verlegenheiten zu bringen, obwohl diese sich hauptsächlich darauf besannen nicht weitere Tore zu kassieren. So fiel der 10te Gegentreffer erst in der 56. Minute. Auch das dritte Drittel verlor der AEC.

Trotz dieser Niederlage bleibt der AEC vorerst Tabellenführer, kann aber von den Weserstars bei einem Punktgewinn am Sonntag in Hamburg abgelöst werden. Mit dem Duell gegen Bremen geht es auch für den AEC weiter. Glücklicherweise erst in zwei Wochen. Zeit die Wunden zu lecken. Zeit für die Verletzten wieder zurück ins Team zu kommen. Zeit für das Trainerduo Kinzel/Kucharek das Team wieder in die Spur zu bringen.

Christian Schult für www.adendorfer-ec.com


 

Hamburger SV - Adendorfer EC 10:2 (3:2, 6:0, 1:0)

Tore:

(00:39) 1:0 Höffgen

(09:21) 1:1 Böttger (Garbe, Zawadzki)

(12:43) 2:1 Heitmann (Höffgen, Richter)

(15:16) 3:1 Höffgen (Schlode)

(17:15) 3:2 Garbe (Böttger, Kulabuchov, 5-4PP)

(21:22) 4:2 Höffgen (Rapprich)

(24:19) 5:2 M. Behrens (Schlode, Schulz, 5-4PP)

(27:41) 6:2 Heitmann

(29:02) 7:2 Schulz

(29:27) 8:2 M. Behrens (Stüven, Rapprich, 5-4PP)

(35:58) 9:2 Heitmann (Richter, Schlode)

(55:28) 10:2 Heitmann (Richter, Schlode, 5-4PP)


Für den AEC auf dem Eis:  Bierzahn, ab 29:02 Hein – Zawadzki, Daum, Schulz, Petersen, Rutkowski, Krützfeldt – Behrens, Böttger, Hofmann, Dubbe, Kulabuchov, Szygula, Oertel, Folkert.

Zuschauer: 277

Schiedsrichter: Jentzen (Huttenlocher, Froh)

Strafen: HSV 8 / AEC 14

PP: HSV 3/6 – AEC 1/3

 

Milestones:

Felix Dubbe: 50 Spiele

Upcoming Milestones:

Marlon Czernohous: 150 Punkte (derzeit 147)

Dennis Szygula: 150 Vorlagen (derzeit 146)

Hendrik Alexander: 50 Vorlagen (derzeit 49)

Vadim Kulabuchov: 50 Tore (derzeit 48)

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