Derbyzeit im Halbfinale
Es ist soweit! Halbfinale! Ab dem morgigen Sonntag geht es für den Adendorfer EC nun um den Einzug ins Finale. Gegner sind die Crocodiles Hamburg was zusätzlich Derbystimmung mit sich bringt. Es wird also heiß!
Halbfinale. Kann der AEC den nächsten Schritt machen, auf dem Weg zum großen Ziel? Ab Sonntag werden wir den ersten Teil der Antwort erhalten, wenn das Team von Coach Mitch Pohl auf den Vorrundenvierten, die Crocodiles Hamburg, trifft.
Der Kader wird dann, wie schon gegen Salzgitter, überschaubar sein. So wird Top-Verteidiger Domantas Cypas wohl die nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen, hinter anderen Akteuren stehen teilweise noch dicke Fragezeichen. Doch Mitch Pohl lässt dies nicht gelten: „Es nützt kein Lamentieren, wir arbeiten mit den Spielern, die wir haben und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.“
„Die Mannschaft hat gegen Salzgitter sehr konzentriert und fokussiert gearbeitet. Die Icefighters sind nicht einfach zu spielen. Wenn man da nicht hellwach ist, kann das ganz schnell mal in die andere Richtung gehen“, gibt Pohl zu bedenken und fordert eben jene Konsequenz und Fokussierung von seinem Team jetzt wieder gegen Hamburg ein. Damit verbannt man dann auch den bekannten AEC-Schlendrian aus dem Spiel, den der Coach seiner Mannschaft kontinuierlich ausgetrieben hat. So wollen die Heidschnucken auch gegen die Krokodile wieder über die volle Spielzeit Vollgas geben.
Das eben jene Crocodiles, hier im Halbfinale stehen, hätte wohl kaum einer für möglich gehalten. Der Aufsteiger, als Verbandsligameister der Vorsaison, war vor der Saison von vielen als Abstiegskandidat Nummer 1 abgestempelt worden. Doch das Team von Trainer Jacek Darowski hat die Kritiker verstummen lassen und früh gezeigt, dass die Hanseaten ein ernstzunehmender Gegner sind. Der unterlegene, zu Beginn der Saison hochgehandelte, Viertelfinalgegener Timmendorf musste dies zuletzt schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Auch der AEC hat schon seine Erfahrungen gemacht. Nur drei Punkte konnten die Heidschnucken in drei emotionsgeladenen Vergleichen holen, schlugen sich dabei teilweise selber durch unnötige Strafzeiten.
Hamburg hat sein Gesicht allerdings im Lauf der letzten Monate stark verändert. Weiterhin stehen die Farmsener gerne in einer tief stehenden Deckung, wo man mit Vladislavs Balakuns (aus Sande) einen passenden Ersatz für den abgewanderten Timi Liivalahti gefunden hat. „Bad Boy“ Miguel Boock meldete sich außerdem, nach dem bereits verkündeten Saisonaus, wieder zurück. Keeper Riku Lindroos, nach wie vor einen der besten der Liga, räumt im Notfall dahinter auf. In der Offensive haben die Hanseaten mittlerweile reichlich Potential um mehr als nur Konter zu fahren. Markus Lepistö, Matej Morong (kam Ende November) und Filip Kriz (wechselte aus Bremen im neuen Jahr) sind hier besonders hevorzuheben. Zudem machen die wiedergenesenen Tobi Bruns, Maksym Andriienko und Leo Prüßner von sich reden, schossen 4 der bisherigen 7 Playofftreffer der Crocodiles. Diese Truppe wird wohl niemand mehr unterschätzen.
Auch deswegen wird, die, von Mitch Pohl gepredigte, „absolute Disziplin“ und Konsequenz in der Deckung für den AEC umso wichtiger sein. Dazu muss man unnötige Strafen vermeiden, Provokationen aus dem Wege gehen und sich auf das eigene Spiel konzentrieren – was die Heidschnucken in den letzten Wochen bereits gut umsetzten. Von den letzten 6 Partien ging nur das Spitzenspiel mit 2:3 knapp an die Falken. Was zudem Mut macht: Die Offensivabteilung scheint, pünktlich zu den Play-offs, Spass am Toreschiessen zu entwickeln, produzierte im gleichen Zeitraum im Schnitt 6 Treffer pro Partie. Dies dürfte wohl, gegen die Defensivkünstler aus Hamburg, nicht so einfach werden. Am Ende wird es wohl darauf ankommen die richtige Balance zwischen Verteidigung und Angriff zu finden. Wenn unserem Team dies gelingt, wird es für jedes Team in dieser Liga sehr schwer die Heidschnucken zu schlagen.
Auf jeden Fall dürfen sich alle Eishockeyfans auf ein spannendes erstes Halbfinale und Derby freuen, wenn am Sonntag um 19:30 das erste Bully gespielt wird. Tickets gibt es hier: https://www.adendorfer-ec.com/index.php/ticketshop