Der AEC verliert das Halbfinale gegen die Crocos

Es hat wieder nicht sollen sein. Der Adendorfer EC hat die Halbfinalserie gegen die Crocodiles Hamburg mit 0:2 verloren und beendet die Saison 2024/25 früher als erhofft. Nach der 1:3-Niederlage, am letzten Sonntag, gelang es den Heidschnucken am vergangenen Freitag nicht wie erhofft den Serienausgleich zu erzwingen. Vor ausverkauften Haus musste man sich den Gastgebern mit 1:4 geschlagen geben.

 

„Hamburg hat das Spiel nicht unverdient gewonnen“, erklärte AEC-Coach Mitch Pohl nach der Auftaktniederlage am Sonntag, „sie sind besser ins Spiel gekommen. Sie hatten am Freitag mit dem Sieg gegen Timmendorf ein Positiv-Erlebnis und haben den Schwung genommen. Hinzu kommt, dass sie mit Lindroos im Tor eine Bank haben. Bei uns hat sich zu viel Druck aufgebaut. Uns hat die Leichtigkeit gefehlt.“ Gefehlt hatten den Heidschnucken zudem zwei verletzte Schlüsselspieler. Top-Verteidiger Domantas Cypas und weiterhin Goalgetter Kristian Kragh. Letzteres hatte man im Viertelfinale noch ausgleichen können, aber gegen das Defensivbollwerk der Crocodiles sollte sich das Fehlen beider Spieler als eine zu große Hypothek erweisen.

Vor 1544 Zuschauern im Walter-Maack-Eisstadion zeigten die Gäste aus Hamburg von Anfang an aggressives Forechecking, die Adendorfer kamen kaum zum Luft holen. Dennoch hielt der AEC stark dagegen. So kamen Jesper Ahlgren und Juho Takkula zu ersten Chancen und zu einer ersten Überzahl, welche aber verpuffte. Anders die Crocodiles: Unmittelbar nach der Strafzeit traf Tobias Bruns zum 1:0 (9.). Der AEC antwortete. Aber der ungekrönte MVP dieser Serie, Hamburgs Keeper Riku Lindroos, hielt ein  Solo von Ahlgren, verhinderte den fast sicheren Ausgleich. So ging es mit dem Rückstand in die erste Pause.

Mit voller Wucht kamen die Heidschnucken aus der Kabine, machten nun mächtig Druck. Die Crocodiles konterten. Zwar schien der AEC nun am Drücker, doch vielen Aktionen fehlte es an der nötigen Genauigkeit, wirkten oft zu hektisch. Und im Zweifel stand da immer noch Lindroos, der alles entschärfte. Etwa nach 30 Minuten wurden dann Gäste wieder aktiver. Zwar hatte der AEC weiter mehr Puckbesitz, aber die Hanseaten wussten ihren gefährlicher zu gestalten. So war das 0:2 durch Andriienko wenig überraschend (33.) und stellte auch den zweiten Pausenstand da. 

Der AEC kam zum Schlussdrittel druckvoll aus der Kabine, zeigte den nötigen Willen und die Leidenschaft um die Partie noch zu drehen. Doch was man auch versuchte, es fand sich immer ein Hamburger Schlittschuh, Schläger oder ein Körperteil, dass dem Puck den Weg zum Gasttor verwehrte. Wenn dann doch ein Schuss durchkam war natürlich Lindroos auf dem Posten. Während die Heidschnucken mit ihrer Chancenverwertung haderten zeigten die Gäste was effektiv ist: Drei Stationen und Kriz traf zum 0:3 (46.). Damit schien die Partie bereits entschieden, doch im Eishockey kann es manchmal ganz schnell gehen.
Denn unvermittelt fand Jesper Ahlgren dann doch die Lücke und neue Hoffnung keimte auf (50.). Aber die Crocodiles brachten die Partie mit vollem Einsatz und Cleverness ins Ziel. Da half es auch nichts, dass Keeper David Kovács fast zwei Minuten vor der Schlusssirene das Eis für den sechsten Feldspieler verließ. Die Hamburger holten sich damit die Führung in der Serie und der AEC musste am Freitag in Hamburg gewinnen.

45 zu 22 hatte die Schussstatistik am Freitag gemeldet. „Es kommt nicht nur auf die Anzahl der Schüsse an, sondern auch auf die Qualität“, erklärte Pohl. Härter und genauer müssten die Abschlüsse sein, nicht auf die Fanghand. Torschusstraining war unter der Woche angesagt. 

Freitag, Spiel 2, Hamburg Farmsen, Eisland. Ausverkauftes Haus meldeten die Gastgeber. Dies würde die Aufgabe wahrlich nicht einfacher machen.

„Es steht 1:0 für Hamburg. Mehr ist nicht passiert. Diese Situation müssen wir jetzt annehmen“, hatte Mitch Pohl vor dem Spiel gesagt und mehr Körperspiel gefordert: „Wir müssen härter spielen. Im ersten Spiel waren wir in einigen Situationen nicht konsequent genug am Mann. Da müssen wir eine Schippe drauflegen.“ So ging es ging temporeich und mit dem geforderten Körperkontakt los. Beide Teams schenkten sich nichts, teilten aus und steckten ein. Prüßner hatte für Hamburg die erste Chance, eher Niki Huovinen zweimal gefährlich vor Riku Lindroos auftauchte. Im ersten Powerplays für die Heidschnucken rettete dann der Innenpfosten für Lindroos. Nachdem erstmals Männerfreundschaften geschlossen wurden musste auch der AEC in Unterzahl und machte zunächst auch seine Sache gut. Doch mit Ablauf der Strafe zog Tobias Bruns ein Solo an und wurde vor Kovács gelegt. Penalty für die Hanseaten, den Kriz trickreich zum 0:1 verwertete (11.).

Doch nur kurz danach buchte der Torschütze unnötig in die Kühlbox ein, bot den Gästen die erneute Überzahlchance, welche aber ereignislos blieb. Den weiteren Verlauf der Partie kann man dann mit wenigen Worten beschreiben: Viel Kampf, viele Chancen, keine Tore. Auf Seiten des AEC fehlte es wie schon in Spiel 1 an der Genauigkeit im Abschluss. Huovinen, Takkula und Ahlgren verzogen oder fanden im unvermeidlichen Lindroos ihren Meister. Auf der Gegenseite verpassten es aber auch die Gastgeber ihre Hochkaräter zu nutzen: Kriz, Prüßner und Boock hätten so durchaus das 0:2 besorgen können. So blieb es bis zur 44. Minute bei der knappsten aller Führungen.

Ab hier wurde es wieder hektischer, denn nach der körperbetonten Anfangsphase mit einigen Strafzeiten, wurden die Kühlboxen nun wieder stark frequentiert. Doch keines der Teams konnte aus der zahlenmäßigen Überlegenheit Profit schlagen. Aber kaum spielte man wieder 5 gegen 5, da fiel der Ausgleich. Ahlgren stand goldrichtig und konnte einen Rebound per Direktabnahme verwerten (48.). Der AEC versuchte sofort das Momentum zu nutzen, hatte durch Viitanen sogar direkt die Chance auf das 2:1. Aber im Gegenzug fiel dann das 1:2. Morong traf aus einem Gestocher vor Kovács heraus, nur 69 Sekunden nach dem 1:1.

Die Heidschnucken gingen nun „all in“, prallten aber wie schon am Sonntag an der Deckung der Gastgeber ab. Zu allem Überfluss kassierte dann Torschütze Ahlgren 2 Minuten, die Morong, genau 4 Minuten vor Schluss, per Onetimer zum 1:3 veredelte. 2 Tore in 4 Minuten sind in Eishockey nicht unmöglich, aber an diesem Abend für den AEC utopisch. Denn kaum hatte Kovács sein Gehäuse verlassen schlug auch schon der Puck im leeren Kasten ein. Kriz besiegelte mit dem 1:4 den Sieg im Spiel, als auch in der Serie (58.). Der einzige Wermutstropfen, aus Sicht der Hamburger, war dann nur noch die hirnverbrannte Aktion von Leo Prüßner. Der junge Angreifer hatte nichts besseres zu tun, als 9 Sekunden vor Ende, direkt von der Strafbank kommend, den erstbesten Gegenspieler von hinten umzureißen. Mit der verhängten Spieldauerstrafe schien Prüßner dabei noch gut bedient, fehlt damit wohl nur im ersten Finalspiel gegen die Falken. Jacek wird sicher begeistert sein …

Während Hamburg am kommenden Freitag nach Braunlage reist um im ersten Finalspiel den amtierenden Meister herauszufordern, ist die Spielzeit 2024/25 für den AEC sportlich beendet. Leider früher als erhofft, aber in manchen Punkten erfolgreicher als erwartet.